Wer fragt, dem kann geholfen werden!

Veröffentlicht am Kategorisiert in Allgemein, Autorin Juli Norden, Kreatives Schreiben

Druckreif schreiben, das ist reine Theorie. Ich bin letzte Woche an der Schulter operiert worden: ein neues Gelenk. Mein rechter Arm liegt in einer Schlinge, die ich vier Wochen konsequent tragen muss. Verständlich, die Prothese muss ja gut einwachsen. Mit der linken Hand schreiben kann ich nicht, ist kritze-kratze-krakelig. Kaum lesbar und vor allem braucht jeder einzelne Buchstabe sehr lange, ganze Sätze eine gefühlte Ewigkeit. Tippen am Laptop genauso, kommen dabei die richtige Bedienung von der Mouse mit linker und rechter Maustaste sowie nötiger Formatierung noch hinzu.

Wenn ich schreibe, möchte ich meine Gedanken genauso, wie sie kommen – und vor allem schnell! – festhalten. Das geht mit dem mir aktuell auferlegten Langsam-Schreibmodus nicht.

Darum schrieb ich nicht. Und das war echter Entzug für mich. Ich las ganz viel, doch untersagte mir das Darüber-Nachdenken. Denn meine Gedanken dazu aufschreiben war für mich nicht realisierbar. Hatte mich mental lange auf die Wochen „danach“ eingestellt, mit allem würde ich klarkommen, aber nicht schreiben können: davor grauste mir. Gedanken nicht festhalten können als schnelle Zettelnotiz oder Eintrag in meiner Kladde: diese Vorstellung lähmte mich, aufgezwungene Schreibblockade der anderen Art 🙂

Mein Bruder, dem ich von meinen Nöten berichtete, erzählte mir daraufhin von der genialen Möglichkeit der Spracheingabe meines Handys. Ich nutze ein Samsung und tatsächlich fand ich in der Tastatur das integrierte Mikrophon-Symbol. Das angeklickt ermöglicht mir die direkte Verwortung per Diktat.  Ja, ja, ich höre die Digital Natives unter euch laut lachen! Dass ich „Oldschool Lady“ das nicht vorher schon wusste.

Bin als Rechtshänderin jedenfalls sehr dankbar über diese Möglichkeit und sprach tatsächlich diesen Text zunächst mündlich ein.

Das, was ich schreiben möchte und dies möglichst direkt druckreif diktieren, ist eine gewisse Herausforderung. Jeder Text, der erst einmal runter geschrieben ist, Bedarf schließlich erfahrungsgemäß weiterer Bearbeitung. Die Überarbeitung ist sozusagen das Kernstück und Qualitätsmerkmal schriftstellerischer Tätigkeit: Korrektur und stilistische Änderungen werten jeden Text auf.

Kreatives Schreiben heißt auch deshalb kreativ, weil sich unterschiedlichste Formulierungen, Wortbilder, Metaphern und Zeilen- Choreographien wiederfinden in den Texten. Das alles druckreif einzusprechen, ist zumindest mir als Anfängerin in Sachen Diktat nicht sofort gelungen. Ich schreibe normalerweise nicht wie gesprochen. Wenn ich direkt mit meiner Tastatur Texte formuliere, sind sie ausgefeilter als laut gesprochen. Daher habe ich natürlich noch etwas an dieser Endversion herumgefeilt, wenn auch nicht so akribisch wie sonst. Ich lasse mir gegenüber etwas Milde walten, das fühlt sich richtig an.

… von der Idee…
… in die Umsetzung 😉

Doch ich stelle mich dieser neuen Herangehensweise und das noch sicher für mindestens zwei weitere Wochen.

Warum ich das hier alles ausbreite?

Erstens, weil meine Gedanken raus müssen. Zweitens, weil ihr Bescheid wissen dürft, wie es mir geht.

Und drittens, weil ich Mut machen möchte: Ich muss nicht alles können oder wissen. Egal, welche Frage ich habe oder Beeinträchtigung vorliegt, es gibt immer eine Antwort, einen Weg, eine Lösung für das Problem. Ich muss nur darüber sprechen, was mich umtreibt: irgendjemand im Umfeld oder World Wide Net ist Experte und hilft mir sicher J

Somit steht dieser Blockbeitrag quasi „außer der Reihe“, zeigt er doch, wie ich mit meinem eigenen Dilemma umgehe. Über allem steht die Dankbarkeit, dass ich trotz meiner vorübergehenden Beschwerlichkeit meinen Gedanken mit Hilfe der Technik Ausdruck verleihen kann, meine Kreativität nicht in den Winterschlaf versetzen muss, sondern nur Stille um mich herum brauche, um ungestört meinem Handy diktieren zu können.

Und habe ich doch Ideen, z.B. nachts im Bett, und mein Handy liegt gerade im Erdgeschoss, werde ich die wenigen Worte mit links in eines meiner vielen kleinen Notizbücher geschrieben. Bleiben so als Erinnerungsfetzen-Krakelei erhalten.

Was ist deine aktuelle Herausforderung? Wo liegt dein Problem? Lass uns in den Austausch gehen, womöglich kann ich helfen in meiner Eigenschaft als erfahrene Autorin, Dozentin für Kreatives Schreiben, Korrektorin und Lektorin.

Lass mir gerne deinen Kommentar hier oder auch ganz einfach per E-Mail an info@gabi-kremeskoetter.de oder juli.norden@gmx.de

Weitere Infos zu mir stehen auf meiner Website https://www.gabi-kremeskoetter.de/dozentin/ sowie https://www.gabi-kremeskoetter.de/autorin/

Du findest mich auch auf Facebook und Instagram.

Deine Juli-Gabi

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