Wie schnell sagen wir: „Das ist doch banal.“ Ein Tag wie jeder andere, mir ist nichts Besonderes passiert. Definitiv kein Stoff für Geschichten. Aber das stimmt nicht! Denn das, was wir so achtlos zur Seite schieben, ist oft genau das, was uns ausmacht: die leisen Momente, die kleinen Begegnungen, das, was zwischen zwei Terminen passiert und keinen großen Namen trägt.
Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass nicht unser Alltag banal ist, sondern unser Blick, der ihn zu klein macht? Und genau dahin zielt meine Einladung, die mein folgender Blogartikel thematisiert: Schau genauer hin, finde Worte für das, was sonst untergeht. Alltag ist nicht banal – und warum auch Privates in die Öffentlichkeit darf.
Privat, echt, nicht banal: Warum dein Alltag Geschichten erzählt
Alltag wirkt oft banal, ist es aber selten wirklich.
Was wir als gewöhnlich abtun, trägt oft Bedeutung in sich.
Beim Schreiben zeigt sich, wie viel Tiefe in scheinbar kleinen Momenten steckt.
Viele Menschen unterschätzen ihre eigenen Geschichten und halten sie für unwichtig.
Doch genau diese Erfahrungen schaffen Verbindung und Wiedererkennen.
Auch Privates darf seinen Platz im Schreiben finden – mit klaren Grenzen.
Wenn du beginnst, den eigenen Alltag aufzuschreiben, entdeckst du oft mehr, als du erwartest hat. VERSPROCHEN!
Was bedeutet eigentlich „banal“?
Duden.de definiert banal wie folgt:
Im Ideengehalt durchschnittlich, trivial oder gedanklich recht anspruchslos (Gebrauch abwertend); keine Besonderheit, nichts Auffälliges aufweisend; alltäglich, gewöhnlich.
Synonyme: Trivial, abgedroschen, alltäglich, anspruchslos, geistlos, flach, simpel, platt, gewöhnlich.
Ich meine: Banal ist ein Wort, das schnell gesagt ist, das für das Gewöhnliche, Alltägliche steht. Für das, was keine große Aufmerksamkeit verlangt und scheinbar ohne Tiefe daherkommt. Für Dinge, die austauschbar wirken und daher keinen zweiten Blick bekommen.
Und genau da zeigt sich mir die Spannung: Wer entscheidet eigentlich, was einen zweiten Blick wert ist?
Von wegen banal: eine Szene aus dem echten Leben
Gestern Abend in meinem Schreibkurs: Die Aufgabe war einen Tagebuchauszug zu schreiben über das, was am Tag so los war. Diese Schreibübung war mein Einstieg in das Thema Vom Journal zum Roman – Schreiben, was ist und entdecken, was daraus wird. „Ich mag das gar nicht wirklich vorlesen, das ist alles so banal!“, sagte ein Teilnehmer, als die Vorleserunde begann. „Egal! Außerdem glaube ich nicht, dass alles banal ist!“, gab ich zur Antwort und davon ermutigt, hörten wir seinen Text.
Dieser handelte von morgendlicher Schreibtischarbeit, die anstrengend und energieraubend war, doch auch von der Zeit danach: Seine Kinder waren mit der Enkeltochter zu Besuch. Und spätestens als ich hörte, wie er sich auf den Boden zu der Kleinen legte und ihr Kinderlieder vorsang, ging mein Herz auf.
Von wegen banal! Diese kleinen Zeugnisse von Alltagsglück sind überall, wenn wir sie nur erkennen. Ihnen Form verleihen, sie Text werden lassen. Dass seine Aufzeichnungen des Tages alles andere als banal waren, konnte er, nachdem er geendet hatte, in unseren Gesichtern ablesen. Gut so!
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Warum wir unsere Geschichten unterschätzen
Und was möchte ich dir mit diesem kleinen Beispiel aus dem echten Leben sagen? Trau dich aufzuschreiben, was dir widerfährt. Was du dabei empfindest, egal ob Glück oder Unglück, Freude oder Traurigkeit.
Doch oft tun wir genau das nicht. Wir winken ab, halten unser Leben für zu gewöhnlich oder unwichtig. Nicht spektakulär genug, vielleicht, weil wir gelernt haben, dass nur das Laute zählt. Das Außergewöhnliche oder das, was glänzt. Oder weil wir den Vergleich scheuen, mit Geschichten, die größer wirken als unsere eigenen.
Ich bin davon überzeugt, dass wir Menschen sehr wohl Gefallen daran haben, von anderen zu lesen. Dass es ihnen ähnlich geht – oder auch ganz anders. Wir lernen von ihnen, lassen uns anregen und inspirieren, feilen an unseren Meinungen und entwickeln uns dadurch weiter.
Wir alle brauchen Spiegel, die uns zeigen: Du bist nicht allein mit dem, was dich bewegt. Auch andere beschäftigen sich mit Dingen, die uns Beispiel sein können, dass auch wir eine Lösung finden werden aus unserem Dilemma heraus.
Und ich kenne noch einen anderen Grund, um mit scheinbaren Banalitäten aufzuräumen. Ich bin dafür das beste Beispiel: Ich schreibe täglich ein Gedicht. Mit einem Kerngedanken, der mich umgetrieben hat. Und ganz sicher sind diese für mich in wenigen Worten herausgearbeiteten Sätze vor allem wichtig für mich.
Diese wenigen Worte sind zuerst für mich. Ich bringe damit Ordnung in mein Inneres. Halte Gefühle und Gedanken fest, bevor sie wieder verschwinden. Als Essenz schreibe ich sie auf – und schicke sie dann in die Welt. Auf Facebook und Instagram, in meinem WhatsApp-Status.
Die Rückmeldungen sind unterschiedlich. Oft bei Instagram, seltener bei Facebook, selten bei WhatsApp. Und doch kommen sie:
- „Ich freue mich täglich über dein Gedicht, auch wenn ich selten kommentiere!“
- „Ohne dein tägliches Gedicht würde mir wirklich etwas fehlen.“
- „Danke für das tolle Gedicht!“
- „Gut, dass du immer Worte findest, um zu motivieren!“
- „Ich bin jedes Mal berührt von diesen Gedichten, mit denen du uns deinen Weg von Liebe zu Trennungsschmerz zur Rückkehr zu dir selbst verfolgen lässt.“
Das berührt mich. Nicht, weil ich Bestätigung brauche, sondern weil ich sehe: Meine Gedanken landen. Bei genau den Menschen, die etwas damit anfangen können. Alle anderen erreichen sie nicht. Und das ist in Ordnung. Auch ich lese selektiv.

Wie viel Privates darf öffentlich sein?
Wo beginnt Privatsphäre? Und wo die Öffentlichkeit? Ich habe für mich entschieden, dass ich auch Privates teile. Ohne Namen. Ohne Gesichter. Denn es geht nicht um die anderen, sondern um mich. Um meine Gedanken und das, was etwas in mir auslöst.
Und ja – das bedeutet auch, Schmerz sichtbar zu machen. Und wenn ich, zum Beispiel mit heftigem Liebeskummer, zu kämpfen habe, und auch sonst das Leben manches mit mir anstellt, nun, dann ist das genau jetzt gerade dran. Also findet das auch seinen Weg in meine Texte. Ich verstehe das nicht als Ausstellung, sondern als ehrlichen Ausdruck. Meinen ehrlichen Ausdruck.
Und genau hier verläuft meine Grenze: Ich zeige mein Innenleben, aber ich schütze die Geschichten der anderen.
Hier findest du mich auf Social-Media:
Gabi Kremeskötter:
Gabi als Autorin unter Pseudonym Juli Norden:
Alltag ist alles – auch das Schwere
Und das ist gut so! Denn Alltag ist auch das: Mit Lebenssituationen umgehen, die auf uns einwirken. Lästige, aber nötige Alltagsangelegenheiten erledigen, kleine Auszeiten finden und Glücksmomente aufsammeln, die sich am Wegesrand zeigen.
Den einen quälen Lektoratskorrekturen, die andere grämt sich über einen gebrochenen Fuß, jemand anderes hat einen Autounfall und kämpft mit Versicherungsdingen.
Unser Alltag ist ein weites Feld, mit Geschichten die uns fordern, die uns tragen und verbinden. Und um meine eingangs formulierte Meinung noch einmal zu betonen: Alltag ist nicht banal, sondern darf erzählt werden.
Schreiben verbindet
Darum schreiben wir ihn auf, unseren Alltag! Verbinden uns zu einer übergeordneten Gemeinschaft, die Anteil nimmt, miterlebt und sich selbst im Anderen wiedererkennt.
Schreiben wir ihn auf! Nicht, weil unser Alltag spektakulär ist, sondern weil er echt ist. Weil zwischen Terminen, To-do-Listen und flüchtigen Momenten etwas liegt, das gesehen werden will. Gefühlt werden will und manchmal einfach nur einen Satz braucht, um nicht verloren zu gehen.
Vielleicht ist genau das der Anfang. Ein paar ehrliche Worte: ungefiltert, unperfekt – und genau deshalb lebendig.
Wenn du jetzt spürst, dass da mehr ist – mehr Worte, mehr Geschichten, mehr von dir selbst –, dann geh dem nach. Nicht irgendwann. Jetzt!
Am 2. Juli beginnt mein nächster Schreibkurs „KREativ mit Gabi – Schreib dich frei in 6 Wochen“.
Ich öffne dir den Raum für genau diese Texte. Für das, was du bisher vielleicht als banal abgetan hast, das sich beim Schreiben jedoch plötzlich als etwas ganz anderes zeigt. Du musst nichts können. Nur anfangen.

Schau dir direkt mein Angebot an:
KREativ mit Gabi – Schreib dich frei in 6 Wochen
Der KREative 6-Wochen-Schreibkurs mit Live-Feedback: gemeinsam schreiben, vorlesen und wachsen.
Du hast Lust zum Schreiben und Austausch über Texte? Das ist alles, was du brauchst, um in meinem 6-Wochen-Kurs deine Angst vor dem weißen Blatt zu verlieren – und so ganz nebenbei noch deine Schreibstimme zu entdecken. In wöchentlichen Live-Modulen erhältst du von mir stets neue Schreibimpulse. Dabei verbinde ich weitere Inhalte und Methoden des KREativen Schreibens, z. B. die Einführung verschiedener Textarten und stilistische Hinweise.
Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen! Dich, deinen Alltag und all die kleinen, feinen Geschichten, die keinesfalls banal sind.
Mit KREativen Grüßen
Gabi

Gabi Kremeskötter
Liebe, die durch Worte strahlt
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Liebe Gabi,
gerade das vermeintlich Banale kann sehr spannend sein. Da gebe ich Dir Recht. Für den Leser ist es immer ein bißchen so wie durch ein Schlüsselloch gucken und erfahren, wie das Leben der anderen so ist.
Ein gutes Beispiel dafür ist ja auch die 12 von 12 Reihe. Ich stöbere da so gerne, ich finde es immer interessant zu sehen, wie bei anderen Menschen der Alltag aussieht. Und auch für mich ist es eine Freude, bei 12 von 12 mit zu machen, weil es meinen eigenen Blick auf unspektakuläre, normale Tage schärft.
Liebe Grüße
Britta
Liebe Britta,
freue mich, dass du meiner Meinung bist!
Dein Bild mit dem Schlüsselloch passt so gut!
Laden wir andere ein, in unser Leben zu schauen, die Entscheidung, wie viel oder was, liegt ganz bei uns.
Das 12von12 ist ein sehr gutes Format dafür und macht wirklich Freude.
Herzliche Grüße zu dir
Gabi