Meine 7 Gedanken im Mai 2026

Veröffentlicht am Kategorisiert als Allgemein

Schon wieder ein Monat rum, Zeit, dir heute meine 7 Gedanken für Mai zu präsentieren. Initiiert hat diese innere Reise Linda Kunze. Die Idee dahinter? Sieben vielleicht kleine, aber wichtige Gedanken pro Monat festhalten. Mal als Gedicht, mal als einfacher Fließtext. Gedanken teilen, in Resonanz gehen und sie wirken lassen: Das ist für mich der Urtrieb jeden Schreibens. Ich bin gespannt auf den Austausch.

Gedanke 1: Hilfsbereitschaft ist allgegenwärtig.

Ich bin in meiner sechsten Woche mit zwei Krücken unterwegs. Und ich kann feststellen, Hilfsbereitschaft ist allgegenwärtig:

  • Mein bester Kumpel und meine Freundin im Ort besuchen mich täglich, um mir die eine und andere Handreichung zu geben;
  • mir unbekannte Menschen schauen mich auf der Straße an und grüßen mit „Gute Besserung!“;
  • fallen mir beim Einkaufen die Krücken runter (weil ich Eier in einen Karton packe und die Krücken daher ans Regal gelehnt hatte), eilt ein freundlicher Mitarbeiter herbei und gibt sie mir an;
  • in meiner Lieblingsbar nebenan rückt ein anderer Gast einen Stuhl weiter, damit ich meinen Fuß hochlegen kann;
  • der Parkplatz vor meiner Haustür wird mir selbstverständlich freigehalten, damit ich meinen Automatikwagen einfacher nutzen kann;
  • die lächelnde Verkäuferin beim Bäcker um die Ecke, die mir, obwohl eigentlich schon geschlossen ist, angesichts meiner Krücken die Türe wieder aufschließt und mich glücklich mit einem frischen Brot und Kuchen versorgt.

Dies sind nur wenige Beispiele, aber ich freue mich über jede einzelne Geste! Wird im Allgemeinen über eine Verrohung der Umgangsformen gesprochen, so kann ich im persönlichen Bereich das klare Gegenteil erkennen. Ich sage DANKE an jede und jeden, die mir meine beschwerlichen Wochen erleichtern!

Kleine Pause an der Mosel – jeden Tag eine kurze Runde muss sein, auch wenn ich nur wenige Hundert Schritte zurücklege 🙂

Gedanke 2: Alltag ist nicht banal

Ganz im Gegenteil: In ihm sind wertvolle Geschichten zu finden. Darum habe ich darüber auch einen eigenen Blogartikel geschrieben, der auch meine Haltung zu Privatem beleuchtet. Wir sind doch alle irgendwie Beobachter. Schauen uns die Welt und Menschen an, machen uns unsere Gedanken zu diesem und jenem Verhalten. Auch durch Texte setzen wir uns mit den Erfahrungen anderer auseinander, schauen, wie lösen sie die eine und andere Herausforderung?

Und darum fordere ich meine mit mir Schreibenden auch stets dazu auf, ihren eigenen Alltag nicht kleinzureden, ihn nicht als unbedeutend oder langweilig zu betrachten. Sondern im Gegenteil genau hinzuschauen, was passiert und wie sie dazu stehen. Welche Gefühle und Begegnungen sich zeigen. Diese zu benennen und offen und authentisch zu erzählen, interessiert!

Dozentin Gabi Kremeskötter aka Autorin Juli Norden steht mit verschränkten Armen lächeln vor Bruchsteinmauer, daneben der Schriftzug: "Privat, echt, nicht banal: Warum dein Alltag Geschichten erzählt
Ein Klick auf das Beitragsbild und du landest bei meinem Blogartikel 🙂

Gedanke 3: Etwas Zeit brauche ich noch

Ende Februar, als mein emotionales Tief begann, hatte ich mir vorgenommen, spätestens am 30. April mit dem Weinen darüber aufzuhören. Das ist mir fast gelungen. Heute, am 6.5. ist der Tag zwei. Keine Tränen, dafür endlich auch wieder einmal spontanes Auflachen angesichts der einen oder anderen Gute-Laune-Begebenheit.

Ich mache mir allerdings keine Illusionen, denn das mag noch nicht mein innerer Schlussstrich sein, zumindest jedoch ein Anfang und ja, die Zeit heilt. Nicht alles, nicht immer, aber doch so einiges. Mich auch. Aus diesem Gedankenballon heraus ist dieses Gedicht entstanden:

Gedicht "Etwas Zeit brauche ich noch" von Juli Norden, im Foto ein Gemälde zu sehen einer Frau im roten Klein und einem Rotwein in der Hand.

Etwas Zeit brauche ich noch// etwas Zeit brauche ich noch/ mich zu erinnern und zu sortieren/ auch deinen Raum zu öffnen/ damit du ausziehen kannst/ dorthin wo dein Leben ist/ aber nicht mehr meins// etwas Zeit brauche ich noch/ meine Wände neu zu streichen/ mit dem was nur mir wichtig ist/ meine Farben neu zu beleben/ mit Ausdruck und Selbstliebe/ als Schmuck// etwas Zeit brauche ich noch/ die Hoffnung neu auszurichten/ dass irgendwo da draußen/ ein anderes Herz sich zeigt/ das irgendwann vertraut/ in meinem wohnen möchte/ etwas Zeit brauche ich noch// © Juli Norden 05.05.26

Gedanke 4: Sei wild, frech und wunderbar

Diese Worte standen auf der Geburtstagskarte, die meine Tochter für mich zu meinem 60ten Geburtstag ausgesucht hat. Das Zitat wird Astrid Lindgren zugeschrieben und ja, auch wenn es so viele, ungezählte Male ganz anderen Frauen zugerufen, aufgeschrieben, geschickt wurde, trägt es für mich ganz persönlich eine starke Ermutigung in sich. Meine Tochter und ich, wir verstehen uns. Haben eine sehr enge Bindung und leben sie auch.

Dass gerade sie mir diese Aufforderung zuteil werden ließ, zeigt mir: Ich werde geliebt, so wie ich bin. Nicht von jedem. Nicht von dem einen, dessen Liebe ich so gern behalten hätte. Doch mein Leben geht weiter und ich werde mich wieder frei machen. Und leben. Mich freuen, wild sein, ganz Ich sein, wunderbar und besonders sein, weil ich genau so bin.

Vielleicht erinnere ich mich auch deshalb so gerne an mein Lieblingsmemory-Spiel aus Kindertagen, das Pippi Langstrumpf zum Thema hatte? Tja, von nix kommt nix, das müssen schon meine Eltern damals gesagt haben, als sie mir dieses mir inneliegende Urvertrauen schenkten: an meine Stärke, meine Kraft und Entschlossenheit sowie den schier unerschöpflichen Vorrat an Liebe.

Zitat, das Astrid Lindgren zugesprochen wird: Sei wild, frech und wunderbar.

Gedanke 5: Ich bleibe noch ein Weilchen hier.

Leise, ganz leise verflüchtigen sich meine Fluchtgedanken, ich muss lachen angesichts dieses Wortspiels: wenn Flucht flüchtet … Ich fühle mich seit sehr vielen Monaten, vielleicht gar Jahren, wieder zuhause an meinem Wohnort. Allen Abwanderungswünschen, mir früher oder später woanders eine neue Heimat zu erschließen (wäre nach meinem Ursprungs-Bundesland Schleswig-Holstein nach fast 25 Jahren Rheinland-Pfalz der Kölner Raum) zum Trotz.

Liegt es daran, dass ich hier alles in fußläufiger Nähe habe, mich sicher und von Freunden umsorgt sehe? Dass mein Haus mir all den Komfort bietet, den ich brauche, um mich in einer Krise aufgehoben zu fühlen; die Sicherheit im Rücken zu haben, dass mich niemand aus meinen Mauern vertreiben kann? Wie auch immer:

Meine Vision bleibt bestehen, irgendwann in der Nähe meiner Kinder zu leben, doch ich habe meinen Frieden gefunden hier im Tal. Im räumlichen Tal, das ringsum sehr viele Hügel hat, die beschützend wirken auf mich, nicht mehr einengend. Ich erinnere mich daran, diesen Gedanken schon 2019 veröffentlicht zu haben.

Als ich von meiner hiesigen Hausrenovierung erzählte in Zweihundertneunzehn Quadratmeter Glück! Mir ist bewußt, dass sich das wieder ändern kann, relativ sicher wieder ändern wird. Aber für den Moment ist alles gut so, wie es ist.

Gedicht "Alles ist möglich" von Juli Norden, auf dem Foto der Blick ins Moseltal im Bereich des Hochmoselübergangs bei Sonnenuntergang.

Alles ist möglich// oben auf dem Berg/ mein Leben lächelt mich leise an/ mit Weitblick zum Horizont/ Sonnenstrahlen wärmen/ alles ist möglich// (c) Juli Norden 29.04.26

Gedanke 6: Dann eben nicht

Linda Kunze hat vorgeschlagen, bei diesem sechsten Gedanken etwas zu wählen, was überrascht hat. Hier musste ich tatsächlich etwas länger überlegen, denn was hat mich wirklich überrascht? Zu meinem wunderschönen Geburtstagsgeschenk (ein selbst gemaltes Bild meiner Tochter) habe ich schon im 12von12 April 2026 etwas geschrieben. Also habe ich weiter nachgedacht und in die unerfreuliche Überraschungsecke geschaut.

An mich war vor Monaten die Frage herangetragen worden, ob ich nicht einmal ein komplettes Schreibwochenende anbieten könnte. Na klar, war meine Antwort und für den kommenden Sommer habe ich das ins Auge gefasst. Um einen für die Mehrzahl der Interessent:innen passenden Termin zu finden, erstellte ich eine Umfrage an knapp 20 Leute.

Die Überraschung: nur eine einzige Person stimmte ab! Alle anderen informierten mich, dass sie entweder grundsätzlich an einem Wochenende Familienzeit oder andere Pläne hätten, bzw. hüllten sich in tiefes Schweigen. Wäre mir das vorher mitgeteilt worden, hätte ich so ein Wochenende gar nicht erst ins Auge gefasst.

Ich habe mich etwas geärgert, somit eine gewisse Denk- und Organisationsarbeit umsonst angestellt zu haben. Aber wer weiß, irgendwann hole ich das noch einmal aus der Schublade – vielleicht sogar online? – , ein Konzept habe ich ja bereits dafür. „Dann eben nicht!“, mag etwas trotzig klingen, aber genau so habe ich empfunden.

Solltest du Lust dazu haben, freue ich mich über eine Nachricht und ich schaue, wann und wie und wo wir das einmal veranstalten können 🙂

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Gedanke 7: Bin bereit zum Sprung!

Mein letzter Gedanke für den Mai soll ein Ausblick sein, eine Hoffnung, ein Traum, der gewissermaßen auch eine Frage nach dem Wann in sich trägt. Ich bin und bleibe eine optimistische Person, die im tiefsten Schwarz noch Farbe entdeckt, die hoffnungsfroh nach vorne schaut. Ich habe mich viele Wochen vergraben, bin durch tiefe Traurigkeit, Enttäuschung, dann durch Erkenntnis und Verstehen gegangen. Bin bereit zum Sprung!

Gedicht "Bereit" von Juli Norden, auf dem Bild das Moseltal mit der Burgruine Grevenburg oberhalb von Traben-Trarbach.

Bereit// Bewegungslosigkeit/ ist kein Stillstand/ unter der Oberfläche/ könnte eine Kraft fließen/ die nur darauf wartet/ aufzusteigen/ :bereit zum Sprung// (c) Juli Norden 16.04.26


PS: Ich schreibe so gut wie täglich ein Gedicht. Mal werde ich inspiriert von Begegnungen, auch eigene Überlegungen schwappen hoch und werden geschriebenes Wort. Jene, die mich schon kennen, lesen meine Gedichte in meinem WhatsApp-Status, auf Instagram und Facebook unter meinem Autorinnen-Pseudonym Juli Norden.

Ich habe in 2026 aufgehört, diese Tagesgedichte als eigenen Blogartikel zu veröffentlichen, daher nutze ich diese Form dafür, meine Tagesgedanken auch auf meinem Blog in die Welt zu senden.

Hier findest du mich auf Social-Media:

Gabi Kremeskötter:

Gabi als Autorin unter Pseudonym Juli Norden:

Soviel zu meinen 7 Gedanken des Monats Mai 2026. Was könnten deine 7 Gedanken sein? Schon einmal darüber nachgedacht? Wenn nicht, mach mit bei Linda Kunzes Blogparade!

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Frau vor Efeuwand schaut durch das Fingerloch ihrer rechten Hand und lächelt

Ich wünsche dir eine sonnige Zeit!

Herzlichst, Gabi


Lächelnde Frau vor Efeu-Wand mit einem Notizbuch in der Hand, darauf der Claim "Liebe, die durch Worte strahlt"

Gabi Kremeskötter

Liebe, die durch Worte strahlt

Freie Rede – Schreibworkshops – Lektorat


Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

1 Kommentar

  1. Liebe Gabi,
    Schön von der Flucht vor der Fluchtgedanken zu lesen – für mich liest sich das so, als ob aus Deiner schwierigen Zeit gerade doch etwas Gutes entstanden ist. Indem Du Dich da, wo Du bist, sicher und wohl fühlst. Auch wenn Du vielleicht doch noch für ewig dort bleibst, ist es vielleicht schöner, wenn dann ein Abschied mit anderen Gefühlen als denen der Fluchtgedanken vonstatten geht.
    Und ansonsten: Der Zeit muss eben Zeit gegeben werden.
    Ich wünsche Dir weiter gute Heilung – auf allen Ebenen
    Liebe Grüße
    Britta

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