Mein 12von12 im August 2026: unterm Messer

Veröffentlicht am Kategorisiert als Persönliches, Rückblick

Geplant wäre ich gestern schon dran gewesen, doch Montagmittag kam der Anruf: „Ihre OP ist auf Mittwoch verschoben worden.“ Also noch einen letzten weiteren Tag darauf warten, dass ich mein Knie repariert bekomme. So kommst du heute also in den einzigartigen Genuß meinen OP-Tag in Bildern präsentiert zu bekommen.

Für jene, die im Krankenhaus arbeiten purer Alltag, für mich dann doch ein sehr besonderer Tag. Ich wünsche beim Durchscrollen meiner Bilder gute Ansichten, wie immer initiiert von Caroline Lorenz-Meyer auf ihrem Blog „Draussen nur Kännchen“. Und wie war dein Tag?

Foto 1: Meinen Wecker habe ich für zehn nach fünf gestellt, aber nicht nötig: Ich wache von allein um 05:09 Uhr auf, die Erwartung auf den Tag heute hat mich wohl unbewusst durch die Nacht begleitet, habe schon besser geschlafen, schiefgrins.

Foto 2: Ich weiß nicht, wie ich unterwegs sein werde, wenn ich zum Wochenende wieder zuhause bin. Daher klariere ich meine Küche ordentlich auf, während mein „Kaffee für danach“ auf dem Herd hochkocht, geht doch nichts über meinen Lieblingsgeschmack!

Foto 3: Fertig gepackt, ein Koffer, mein Rucksack für die Beschäftigung mit Buch, Laptop, Unterlagen, Lesebrille sowie die Krücken, alles kommt mit!

Foto 4: Wann habe ich das letzte Mal einen Sonnenaufgang gesehen? Als normalerweise Ausschläferin schlage ich selten vor acht die Augen auf, daher ist der Weg über die B50 für mich das erste Highlight des Tages …

Foto 5: Angekommen, punktlich um 6:45 Uhr stehe ich vor den Diakonie Kliniken Hunsrück. Auf geht´s.

Foto 6: Im Erdgeschoss in der OP-Vorbereitung wartet schon mein Bett. Das werde ich später auch im Zimmer nutzen, daher machen wir uns direkt bekannt. Hier finden die letzten Check-Listen-Abfragen statt, ich bekomme die erste Schmerztablette (Ibu, die vertrage ich gut im Gegensatz zu meiner Novalgin- und Diclofenac-Allergie).

Foto 7: Ich habe noch Zeit. Bin auf dem OP-Plan die Nummer zwei, um kurz vor neun ziehe ich den hübschen grünen Kittel an und machs mir bequem. Die Zwischenzeit verbringe ich mit „Das Fundament der Ewigkeit“ von Ken Follett. Die restlichen gut 400 Seiten werden in den Tagen hier gut zu lesen sein, denke ich.

Foto 8: Geschafft! Um halb zehn gehen meine Gedanken in Richtung „letzter Urlaub“, das waren bei mir die 10 Tage Motorradtour nach Kärnten. Dann ist mein Bewusstsein auch schon im nächsten Moment in der Wolke, ich habe die Vollnarkose gewählt, will nichts vom Machwerk des Operateurs mitbekommen. Besser für meine Seele … Mein Implantatsausweis beweist: Ich bin nun Besitzerin eines Patella-Femoralen-Ersatzes.

Foto 9: Nach nur einer halben Stunde Aufwachraum komme ich um halb eins schon auf meinem Zimmer im 2. Stock an. Ruhe mich aus, schlafe ein wenig, trinke und um drei zu meinem Kaffee zwei Stück Zwieback. Mir gehts super! Keine Schmerzen und ich bin gut eingerichtet.

Foto 10: Als der Oberarzt, Dr. Markus Goldhofer, später zu mir kommt, meint er: „Das Knie war echt runtergeritten!“ Das Röntgenbild zeigt auf der unteren Aufnahme meine vorherigen Knochen-auf-Knochen-Situation. Aber ansonsten alles absolut komplikationslos. Er ist zufrieden, dann bin ich das auch!

Foto 11: Später am Nachmittag fahre ich mein Laptop hoch, ich wusste vorher nicht, ob ich fit genau sein würde, diesen 12von12-Beitrag zu schreiben. Aber kostenloses W-Lan verbindet mich und warum nicht, dafür habe ich mein Schreibutensil ja dabei.

Foto 12: Mein Abendbrot. Zeitgleich kommt der Physiotherapeut, aber er kümmert sich zunächst um meine Zimmergenossin, und ich esse die zwei Scheiben Brot. Danach hilft er mir beim Aufstehen. Toilettengang und erste Schritte unter erlaubter Vollbelastung im Zimmer.

Dann auch raus auf den Gang, damit bin ich aber wohl doch etwas zu eifrig, auf einmal macht mein Kreislauf schlapp, wird mir schlecht und das Brot kommt retour. Nach kurzer Sitzpause berappele ich mich aber schnell wiede rund erleichtert, im doppelten Wortsinne!, gehe ich selbstständig wieder zurück ins Zimmer.

Für den restlichen Abend habe ich die Hoffnung, vielleicht noch einmal auf den Gang zu gehen, um mir irgendwo ein Fenster mit Blick auf die Sonnenfinsternis zu ergattern. Wenn das klappt, werde ich hier später noch ein Bonusbild Nr. 13 hochladen, wenn nicht, wird mir die Berichterstattung im Netz reichen.

Sonnenfinsternis durch das Handy mit Spiegelungen

Bonusbild Nr. 13: Die partielle Sonnenfinsternis

Habe sie also gesehen, die partielle Sonnenfinsternis, von einem Platz in der Sitzecke mit bestem Blick.


Das war also mein 12. August 2026, ich übe mich nun in ausreichend Geduld für den Prozeß der Heilung. Bin froh, dass ich ganz bald wieder – und hoffentlich schmerzfrei – unterwegs sein kann!

Jetzt bist du dran: Welche Erlebnisse haben deinen Tag geprägt? Wenn du magst, schreib’s mir gern etwas weiter unten in die Kommentare.

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Frau vor Efeuwand schaut durch das Fingerloch ihrer rechten Hand und lächelt

Bis ganz bald, Gabi 🙂


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Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

12 Kommentare

  1. Hallo Gabi, sehr persönliche Einblicke bietet Dein Beitrag über die OP! Ich ertappe mich dabei – als sehr mitfühlender Mensch– rasch zu lesen und runter zu scrollen um den Moment mitzubekommen, wo es geschafft ist. Dann schnaufe ich kurz durch mit Dir. Ich wünsche Dir gute Geduld und Genesung! „Auf den Beinen“ bist Du ja schon wieder. 😉
    (Eigentlich wollte ich schon Deinen Beitrag vom Herzbergfestival kommentieren, ich war nämlich auch alleine auf einem – mit ganz anderen Erfahrungen… im Hunsrück und habe den Erlebnis einen Titel gegeben: „Lost im Lott“)

    1. Liebe Sonja,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar! Auch für dein Mitfühlen und Erleichtertsein 🙂 Ich bin guter Dinge am Tag danach, auch wenn tatsächlich dieser zweite der heftigere ist, war dann doch überrascht von der Schwellung und den aufkommenden Schmerzen. Hier sind jedoch alle großartig, fühle mich wohl und kann voraussichtlich morgen schon heim.
      Du warst auf der Lott? Und warst dort Lost?
      Ich kenne das Lott-Festival gut, war viele Jahre dort Helferin, Mitglied und auch Gast. Darum interessiert mich das natürlich besonders …
      Oha, das müssen wir bei nächster Gelegenheit einmal besprechen – oder hast du darüber geschrieben?
      Fühl dich gedrückt,
      Gabi

  2. Liebe Gabi,

    auch spannend, ein Krankenhaus-12von12. Wie gut, dass alles geklappt hat mit dem Knie. Ich wünsche dir gute Heilung und morgen früh ein drinbleibendes Frühstück!

    Alles Liebe
    Silke

  3. Liebe Gani,
    da wünsche ich Dir recht gute und komplikationslose Besserung. Knie-OPs sind welche der schwierigsten überhaupt, das sage ich mit einer dreiviertel-Physiotherapeutenausbildung (und ich würde meine eigenen Kreuzbandristgeschädigten Knie nie operieren lassen). Aber bei Dir sieht ja auch das Umfeld schon ganz anders aus, als wenn ich an die Klinik in meiner Umgebung denke… schön, wenn man wirklich umsorgt wird!
    Liebe Grüsze
    Mascha

    1. Liebe Mascha,
      danke für deine Wünsche! Ja, ich werde hier bestens versorgt, auch wenn Tag zwei der deutlich härtere war, lach.
      Aber das Personal wiegt alles mit seiner Freundlichkeit auf, und Heilen braucht nun mal seine Zeit.
      Sei dich herzlich gegrüßt,
      Gabi

  4. Liebe Gabi,
    Auch du hattest einen ereignisreichen Tag. Ich wünsche dir eine gute Genesung , dass du schnell wieder auf den Beinen bist und du wieder deinen Aktivitäten nachgehen kannst. Das wird wahrscheinlich noch etwas dauern. Ich hoffe du bist guter Dinge und gehst deine zweite Auszeit mit Geduld und Optimismus an.
    Wie du weißt, habe ich mich heute der Sonnenfinsternis hingegeben. Ein wahrlich einmaliges Ereignis.
    Herzliche Grüße, Birgit

    1. Liebe Birgit,
      ja, wir kennen die unterschiedlichsten Tage, am 12. des Monats genau diesen festzuhalten, ist mir eine liebgewordene Tradition geworden, die wollte ich „nur wegen Krankenhaus“ nicht unterbrechen – und tatsächlich war ich am Abend auch fit genug dafür.
      Dein Flugzeug vor SoFi-Foto habe ich ja bereits bei Social-Media bewundern können, du bist so eine talentierte Fotografin!
      Darum schwenke ich jetzt direkt zu deinen Bildern des Tages rüber,
      herzliche Grüße
      Gabi

  5. Liebe Gabi,
    zunächst das Wichtigste: Schnelle und gute Heilung sowie eine erfolgreiche Reha-Phase wünsche ich Dir.
    Schön, dass alles gut geklappt hat und Du Dich – nach überstandenem Schwindel – okay fühlst. Das weist doch in die richtige Richtung. Zuerst hab ich übrigens gedacht „och, die Gabi hat aber gute Nerven, dass sie an so einem Tag das 12 von12 verbloggt“ , dann fiel mir ein, dass ich auch aus dem Krankenhaus gebloggt habe. Lenkt ab und dann vergeht die Zeit schneller.
    Liebe Grüße , pfleg Dich und lass Dich gut pflegen.
    Britta

    1. Liebe Britta,
      deine Zeilen lassen mich schmunzeln, ja, ich hatte Nerven, wenn auch kurz vor dem Reinschieben in den OP mit etwas Flattern im Leib, lach. Das hat sich dann später ja auch noch Bahn gebrochen, im wahren Wortsinne, lach.
      Nun ist Tag zwei und die Nachwirkungen zeigen sich, aber das ist nun einmal so nach einem langen Schnitt.
      Ich werde gut versorgt, hier und ab morgen auch daheim,
      ich bin zuversichtlich, dass ich ganz bald wieder deutlich aktiver in Sachen Bewegung sein kann.
      Viele liebe Grüße
      Gabi

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