Nach meinem Motorradurlaub ins Salzkammergut bin ich nur zwei Nächte zuhause, dann starte ich bereits wieder: rauf nach Hessen zur Burg Herzberg, dem ältesten Hippie-Festival Europas, das ich vom 30.07.-03.08. miterleben möchte. Zum ersten Mal!
Ich ein Hippie? Keineswegs, aber ich habe schon so viel davon gehört, dass es 2026 einfach mal dran ist. Die Eintrittskarte hängt seit Dezember an meinem Kühlschrank, nun wird sie endlich eingelöst.😃
Mittwoch, 29.07.26
Nach dem Urlaub ist immer noch Urlaub
Den Tag verbringe ich sehr gechillt mit Campingsachen zusammentragen, Klamotten packen und Verpflegung einkaufen. Inzwischen ist alles im Auto, die Pflanzkübel sind gewässert und ich liege in angenehmer Abendluft auf der Liege meiner Terrasse. Das Licht zum Lesen nutzen, ein Aperitif im Glas und mich auf morgen freuen.
Da unklar ist, ob das Internet „auf dem Berch“ reicht, habe ich mir schon die Timetables der Bühnen gescreenshotet, bin gespannt! Außer Guru-Guru kenne ich keine Band, aber The Magic Mumbles Jumble soll sehenswert sein.😃

Und wer meint, ich würde übertreiben mit den Dingen, die auf meiner Packliste stehen, dem sei gesagt: Wenn schon Camping dann komfortabel und in mein Auto passt einiges rein …
Donnerstag, 30.07.26
Meinen heutigen Schreibkurs-Termin konnte ich von 18 auf 9 Uhr vorverlegen, pünktlich um zehn fahre ich los und plane nach drei Stunden Fahrt anzukommen.🥳

Fast da, aber ohne Netz
Was für ein Mist! Mein Handy erlaubt keinen Internetzugang mehr, weder im Auto noch draußen. Ab dem Moment, als ich mein WLAN zuhause verließ, habe ich keine mobilen Daten mehr.🙈
Zunächst dachte ich noch, das läge vielleicht an einem lokalen Funkmast, und fuhr mit Auto-Navi bis Alsfeld, dem einzigen Ort, den ich noch im Kopf hatte für die Zielregion. Wie gut, dass es dort einen Mäckes gibt, mit freiem WLAN der Telekom!
So kann ich mich orientieren und für die letzten 15 km die Zieladresse online finden.🤪Und vor allem meine Familie über mein eventuelles Verschwinden im virtuellen Loch vorwarnen.🤭
Ich werde sehen, was weiter so geht und berichten, womöglich aber erst zeitversetzt.🤣Ich bin also dann mal wech … Und jaaa, ich habe mein Handy bereits zweimal neu gestartet.👍🤷🏼😬

Bin da
Ich vermelde offizielle Ankunft am Gelände um 14:20 Uhr, stehe allerdings zunächst in der offensichtlich legendären Schlange vor der Zufahrt zum Campinggelände. Und schon mit Beschallung! Durch den Wald kommen launige Oldies.🤣
Hab schon kurz Kontakt mit den hinter mir Wartenden gehabt, bin somit einigermaßen „eingenordet“, was mich ganz bald erwartet.😉
Zehn Minuten später bin ich „verbunden“: Das Bändchen wird mir durch die Fensterscheibe angereicht, die Zeit in der Warteschlange also optimal genutzt😍. Kurz danach habe ich auch meinen Parkausweis und staune über die mobile Fahrbahn rein ins Festival-Gelände.



Um fünf bin ich eingerichtet, habe nette Nachbarn aus Rheinland-Pfalz, auch zwei Mädels dabei, Zeltplatz-Bereich G58 ist meiner.
Der Zeltaufbau war etwas tricky, aber Till aus dem Westerwald hat festgehalten.👍Ich stehe mit leichter Hanglage, aber meine Schlafkoje liegt quer zur Schräge, das sollte gehen. Den Nachmittagskaff geniesse ich am Auto, ich bin zufrieden und denke, die Zeit hier wird fein.🥰


Donnerstagabend
Dank des Paperheftchens für zwei Euro, das ich in mittags in der Warteschlange gekauft habe, kann ich vollends analog unterwegs sein, auch nicht verkehrt, digital detox mal aufgezwungen zu bekommen… 😬
Für heute Abend habe ich mir dieses Programm zusammengestellt:
18:45 Fee Penafiel – Lesezelt
Eine klasse Singer-Songwriterin aus Marburg „Ich weiß nicht, wie man Liebe rechnet“ singt sie. Gefällt mir insgesamt mit ihrer ruhigen Art SEHR!👍👍👍

19:15 Elder – Mainstage
Junge langhaarige Musiker, die für mich angenehm rocken.

20:30 Die Dinners – Lesezelt
Meeegaaaa! Diese deutsche Band aus Hanau, nachdenklich-ehrlicher Indie-Pop ganz nach meinem Geschmack.👍Vielleicht eine Band für die Lott?

20:45 Evolfo – Mental Stage
Kurz reingehört in zwei Songs der Band aus Brooklyn, für meinen Geschmack zu psychodelisch. Da geniesse ich stattdessen etwas Festival-Flair und schlendere zurück zum Lesezelt.




21:30 Marlo Grosshardt – Mainstage
Hatte mehr von dem jungen Mann erwartet, gute Texte und Aussagen, keine Frage. Für mich allerdings kein Künstler, der zur Primetime auf der Hauptbühne schwer verdauliche Themen auffährt.

Daher lieber:
22:00 Lesen für (alkoholfreies) Bier – Lesezelt
Eine coole Idee! Texte aus dem Publikum werden eingesammelt und von drei Redner auf der Bühne performt. Das Publikum entscheidet hinterher: War der Text oder sein Vortrag besser? Der/die Sieger:in bekommt ein Freigetränk, mit oder ohne Alkohol.🤣


Die zwei letzten Bands, die ich mir notiert hatte, schenke ich mir. Müde bin ich, nicht nur Füße und Beine, auch mein Kopf von so vielen Eindrücken.🤭 Der Weg zum Campingareal ist weit, für mich recht ungewohnt zur Zeit. 😬 Also werde ich die nächsten Tage gut auftrainieren.😃
PS: Klasse! Es gibt einen Weinstand für lecker Primitivo.🤪 Und die Preise, auch für´s Essen, sind fair.👍
Freitag, 31.07.26
Vodafone hilft
Aufgewacht gegen halb sieben, das leere und wirklich saubere Dixieland aufgesucht, weiter geschlafen. Geht gut hier!👍Irgendwann gegen neun der Gedanke: Ob meine mobilen Daten über Nacht wieder funktionieren?
Nöö.🙈 Aber wozu zahlt mein Chef nen teuren Business-Account, wenn nicht für genau diese Fälle?
Telefonieren geht schließlich, also die Hotline angerufen und drei Minuten später sind zwei neue SIM-Karten unterwegs, eine nachhause, eine an die Firmenadresse. Nützt mir nur hier nix.🤷🏼Also macht der Callcenter-Mensch bei Vodafone einen Reset: „Bitte schalten Sie Ihr Handy drei Minuten aus! Hoffentlich geht’s dann wieder.“
Danke, aber funxt auch danach nicht. Wieder telefoniert, liege ja gemütlich in meiner Zelthöhle. Dieses Mal werde ich weiterempfohlen an die Technik, erhalte einen Rückruf von Svenja: „Wie heißen Sie, wie darf ich Sie ansprechen?“ „Ich heiße Gabi, mein Nachname ist zu kompliziert😉“! „Super, ich bin Svenja, dann schauen wir mal.“
Ich berichte, was alles schon veranlasst wurde und bei den drei Minuten sagt sie: „Das war gut gemeint, aber wir brauchen mindestens 30-45 Minuten für den Neustart!“ Kein Thema, ich habe ja nichts anderes vor. Wir verabreden uns in einer Stunde für ein weiteres Telefonat.
In der Zwischenzeit aufstehen, anziehen, meinen Zeltnachbarn guten Morgen sagen, Müsli vorbereiten und schon sind 50 Minuten rum. Handy wieder anstellen, meine Spannung steigt.
Erste Enttäuschung, alle Einstellungen durch, ein Häkchen gesetzt (gestern war es richtig!) und siehe da: Ich bin wieder on!😃 Svenja ruft wenig später zurück, auch sie freut sich und wir wünschen uns ein schönes Wochenende.😎 So mag ich Service!


Tagsüber chillen in der Zeltstadt
Till hilft mir beim Tarpaufbau, so haben wir vier einen gut überschatteten Bereich zwischen den Zelten. Eine Dachreling meine Felge plus zwei Stangen, danke, mein Sohn, fürs Ausleihen, super Idee!
Der Regen ging heute Nacht erfrischend runter, ich denke sehr viel mehr hätte beim Zelt auch nicht sein dürfen, die innere Beschichtung zeigt dann doch viele Auflösungserscheinungen, war gestern schon übersät von kleinen silbernen Punkten.🤭Trotzdem auch dir, lieber Bruder, danke fürs Überlassen.😘
Sitze wohlbeschattet mit den drei Jungs, 26, 60 & 64, im Schatten, der Vormittagskaffee schmeckt großartig und die Gespräche sind sehr niveauvoll.👏 Den beiden Mädchen unterhalb leihe ich meinen kleinen Schirm, sie haben nix außer Zelt und Auto.🤷🏼

Mina Richman & weiteres Line-Up
Mina Richman kenne sie von der Lott, und witzig, sie grüßt mich sogar, lach, was aber ganz sicher an meinem Cäppi liegt. Jedenfalls ist der Gang „übern Berch“ lohnenswert, ein gekühltes alkfreies Weizen später finde ich mich aber für den zweiten Kaffee des Tages wieder am Zelt ein, ich habe einiges zu sehen und gehen am Abend, eine Decke & Fotoapparat im Rucksack werden mich begleiten, so der Plan.
Gegen fünf breche ich auf für den zweiten Turn.😉 Mein geplantes Line-Up? Bin selbst gespannt, was ich davon realisieren werde. Mein Vorabendprogramm ist dieses:
17:00 Fortuna Ehrenfeld – Mainstage mit richtiger GuteLauneMukke, inklusive ernstem Unterton: „Hört auf zu jammern!“



19:15 Uhr Twiiins – Lesezelt: Sehr beeindruckend, was die beiden aus ihren Violinen rausholen!👍👍👍👏👏👏

Der Juli ist bald aus
… sagt um 19:15 Uhr Buntspecht auf der Mainstage.😮 Ach, tatsächlich, finde ich das gut? Nun, vor nunmehr 23 Jahren begann mein „Juli sein„, wie gut, dass ich diesen Monat derart verinnerlicht habe, daß ich Juli BIN.🥰
HERZBERG ist klasse! Die Vielfalt an Menschen, und ich bin genau eine davon. Brauchts mehr? Nö, fühle mich wohl in der Festival-Gemeinde, freundlich alle Mann & Frauen, anonym und doch aufgehoben. Darauf einen Primitivo!🤣

Die Band unterhält mich bestens musikalisch, das Saxophon mag ich sehr, sehr🎶🎵🎶, während ich auf dem alten Badezimmervorhang sitze: Ja, echt! Der Stoff hing am Fenster, als ich 2014 mein Haus in Traben kaufte!
Der Freitagabend mit Gewitter
Buntspecht war gut, aber ich will auch Guru-Guru sehen! Diese Krautrock-Dinosaurier hatte ich zuletzt auf dem Finkenbach-Festival, das sich auch das Woodstock im Odenwald nennt, 2009 &. 2010 gesehen.
Leider fällt der „Elektrolurch“ dem Gewitter zum Opfer: Mitten im Song wird das Festival unterbrochen. Alle zu ihren Zelten und Autos, Schutz suchen.

Ich bleibe im engen Ausgangsbereich zum Campingbereich Neue Heimat stecken (wie hat Herzberg das genehmigt bekommen? Als Lott-Orga-Erfahrene weiß ich, wovon ich spreche), da war die dicke Wolke schon über mir. Keine Chance, trocken zum Zelt zu kommen.
Also frage ich neben mir Gehende, ob ich mich anschließen dürfe, klar, kein Problem, sie haben ihre Zelte ganz in der Nähe.☺️ Herzberg ist cool! Nette Gespräche, ein Wasser unterm Pavillon und trocken geblieben. Der Gewitterguss ist heftig, aber nur kurz. Dann kommt die Sonne wieder raus und das Festival geht weiter.


21:30 Steiner & Madlaina – Freakstage
Zwei Schweizerinnen mit gut tanzbarer Musik, der Sound vorm FOH definitiv besser, als vor der Bühne, besonders mag ich diese Textzeile: „Ich denke den ganzen Tag an dich, aber heute nicht mehr.“


Was essen, heute Thai-Curry und noch´n Wein, am Weinstand höre ich auch noch etwas Musik und überlege dann, wohin jetzt? Da schlägt bei mir die Wirkung der beiden Becher Primitivo zu, ich vertrage echt nix.🤭
Und so bin ich wirklich zufrieden mit meinem Tag, als ich ganz gemütlich mit etwas Hier & Dort-Schauen zurück bin an meinem Zelt. Gute Nacht!

Schon Samstag, 01.08.26
Ich wache auf von leisem Prasseln auf der Zeltplane. Voll gemütlich irgendwie, mir ist egal, dass es regnet am Morgen, hoffe auf „trocken“ später.😉
Gegen zehn lockt mich die Aussicht auf eine Dusche, um den Schweiß der letzten zwei Tage loszuwerden, da kommen mir die Wolken und kühleren Temperaturen nur recht. Ein weiter Weg, den ich nicht scheue und der jeden Meter wert ist: kein Warten, fünfzig Duschen, irgendeine ist immer frei, inklusive Waschbecken, und das ganze für vier Euro. HERRLICH!
Zurück am Zelt nutze ich erst einmal die aufkommende Sonne, um meine nassen Decken, die über Nacht draußen lagen, zu trocknen, mir den ersten Kaffee des Tages zu bereiten und was zu futtern. Als mittags auch die Jungs und Mädels wach sind, spendiere ich meine Wassermelone.
Mein Handy lädt an der Powerbank, als sie leer ist, probiere ich zum Wiederaufladen die weitere freundliche Leihgabe meines Sohnens: ein Solarpanel, super! Funxt! Und wieder mein Danke in seine Richtung!😘

Irgendwann höre ich ein Piepen, mein Auto piept! Oh nein, denke ich, bitte keine Störung.🙈 Setze mich rein und da ist die Fehlermeldung: Handbremsen-Alarm! Ich lese im Handbuch, dass die elektronische Handbremse bei abschüssigem Stellplatz immer mal wieder „prüft“.
Ja, ich stehe schräg, aber echt? Das jetzt?
Fakt ist, mein Auto reagiert auf nix mehr. Kann nicht starten, nicht verriegeln. Könnte im Karee kotzen … Nach kurzer Beratung in der Runde – danke, ich bin nicht allein! – kommen wir zum Schluss, dass es (hoffentlich!) nur an der Starterbatterie liegt. Vielleicht einmal zu oft eine Tür aufgelassen oder sonst einen kleinen Verbraucher aktiviert?
Ich will mir meine Laune vom Audi nicht verderben lasse und mache mich um halb drei auf zur Festwiese. Und siehe da, der erste Zeltnachbar oberhalb hat ein Überbrückungskabel in seinem Van! Morgen probieren wir das aus und am Montag könnte er, wenn nötig, mir Starthilfe geben.😇
Laura Cox rockt auf der Mainstage, doch nach einigen Titeln habe ich Lust auf einen schattigen, vor allem Sitz-Platz. Die Freakstage lockt mich daher mit mehr freiem Platz und deutlich weniger Publikum.
Dort spielt die schwedisch-belgische Band-Gemeinschaft „Wör & Kongero“ mit wildem Instrumentenmix und zwei Sängerinnen, mag ich sehr. Auf einer Bierbank mit Schatten geht’s mir gut.😇


Als der kleine Hunger kommt auf den Rest meines Müslis, als auch der auf meinen zweiten Kaffee,☺️gehe ich auf die andere Seite des Berges und habe den Zeltplatz fast für mich allein.
Ohne Gespräche mit den Nachbarn, schattig unterm Tarp, das leise Rascheln und vom Wind verwehte Geräusche geniesse ich die Ruhe. Nach fünf bin ich gestärkt und laufe zurück zum Festival.

Warm isses, aber nicht mehr heiß. Habe mir für dein Start in den Abend um „My Baby“ auf der Mainstage rausgesucht. Und ja, sie hat zurecht den zeitgleich spielenden Bands gewonnen: mega Performance der Sängerin & Gitarristin plus Band (Drummer und Bass).
Die schaue (ja, sie ist eine echte Augenweide! Voller Einsatz und mega Klamotte!) und höre ich bis zum Ende.




Anschließend schlendere ich bei den Ständen der Festivalwiese rum für paar Nikonpics.😍







Um 19:15 kommt dann Rockpommel’s Band auf die Mainstage. Offenbar alt bekannt aufm Herzberg, wenn auch neu gemischt: eine Horde älterer Männer, die ihr musikalisches Handwerk verstehen. Musikstil? Keine Ahnung.🤣



Ein veganes „Von allem etwas“ macht mich satt und um halb neun ergattere ich einen Platz auf einer der Holzbänke im Lesezelt und erlebe Matze Rossi.
Was für ein sympathischer Singersongwriter.🫶
Rauchige Stimme zur Gitarre, persönlich berührende Texte, mein bisheriges Highlight heute! Kannte ihn vorher noch nicht, danke, Herzberg, für diese Überraschung & feine Stunde.🥰



Danach können mich weder Quantum Faray vor der Freakstage noch Orange vor der Mainstage fesseln.
Also verweile ich ein wenig am Weinstand für den ersten und einzigen Primitivo des Abends und gehe zurück zum Lesezelt für LENER. Ich erkenne, die kleinen Bühnen hier sind meine🎵🎶🎵… und der Mond bringt mich zu Bett.😍






Sonntag, 02.08.26
Autoelektrik, die mich echt herausfordert
Habe ja bereits gestern vermeldet, dass meine Autoelektrik – oder Elektronik? – spinnt. Heute lese ich mich etwas durch die Bedienungsanleitung, fühle mich leicht überfordert und erinnere mich an meinen Bruder als Telefonjoker.
Nach unserem Gespräch ist die Strategie klar: ChatGPT vermeldete, dass, einmal mit Starthilfe gestartet, vom reinen Fahren die 12V-Starterbatterie nicht ausreichend aufgeladen würde, viel wichtiger sei, die Hochvoltbatterie zu laden! Hab meine Ladekabel nicht dabei, aber mein Auto kennt die „Battery Charge“ – Funktion!😇
Als wir alle gefrühstückt haben, kommt der ultimative Test: Das Mädel gibt mir Starthilfe und nach ersten bangen Minuten schnappt der Motor nach Luft … und läuft!😃
Weitere Minuten später fährt auch mein MMI wieder hoch und ich kann die Batterieladefunktion auswählen. Anschließend fahre ich ein wenig herum über die Landstraße und zurück zum Festival über die A5.
Nach einer Stunde ist die Hochvolt-Batterie im weißen Bereich, Benzin habe ich auch noch ausreichend. Zurück auf dem Herzberg vertraue ich darauf, dass morgen der Audi normal anspringt und wieder fahrbereit ist. Eine Riesen-Felsmauer ist vom Berch gerumpelt.🤭😃
Die Karre wird Dienstag in die Werkstatt gebracht zur Überprüfung aller Fehlermeldungen, die weiterhin fleißig Blinki-Blinki machen.🙈


Letzter Tag, runterkommen & chillen
Gegen halb zwei schalte ich zurück in den FESTIVALMODUS, und wir verabschieden unser Nesthäkchen Till, der heute schon abreisen muss, die Arbeit ruft. Die Wanderung hoch zur Burg Herzberg ist gestrichen, aber ein paar Bands hab ich dafür noch auf meiner Liste.
Verabrede mich mit meinen „Den-Rücken-Stärkern“ für halb acht bei der „Bar voller Sinne“, erlebe Lara Hulo aus Berlin mit ihren zwei letzten Songs auf der Mainstage, wechsele dann zum ersten Mal vor die Mental Stage für Caldaera, gute junge Mucker, mein alkfreies Weizen schmeckt lecker im Schatten.
Die Sonne knallt, mein Hut tut gut, ich schnuppere noch etwas Festivalstraßenflair und finde mich zum Verschnaufen wieder am Zelt ein. Kaffeepause, Tomaten naschen und noch ein gutes Gespräch mit Michael.





The Magic Mumble Jumble
Um halb sechs zieht mich die Band, auf die ich das ganze Wochenende gespannt war, wieder aufn Berch🎶🎵🎵… The Magic Mumble Jumble hat definitiv ein eigenes Unterkapitel verdient!🎶🎵👍👏🫶
GROSSARTIG!!!!! Gute Laune kombiniert mit Liebe und Aussage, sooo was von sehens-, hörens-, mitsingen & tanzenswert!🥰 Das kann heute eher nicht mehr getoppt werden, glaube ich.🤣




Saucool
Kenne die Art von „Aftershow-Party“ von vor vielen Jahren vom „Food For Your Senses“ – Festival in Luxemburg: Es war ein bekanntes Musik- und Kunst-Open-Air, das Indie, Pop, Rock, Electronic und Hip-Hop sowie lokale und internationale Künstler bot. Leider fand das Festival im Jahr 2019 zum letzten Mal statt.
Die Party heute Nacht erinnert mich daran und steht ihr in keinem nach. Ich feiere und tanz bis nachts um zwei. Das tat ich zuletzt auf den Hochzeiten meiner Kinder in 2025, ewig jedoch nicht mehr mit Tausenden von Fremden. Was für ein Spaß!🎶🎵👍


Los geht´s auf der Mainstage um 20:15 mit „Walter Trout„, einem weiteren Dinosaurier, wie mir scheint, Blues & Rock, dazu sein dänischer Jungspund an der zweiten Gitarre.



Danach hoch zu Bruther auf der Mentalstage, noch so eine sympathische Künstlerin!


Letzter Act noch ein letztes Mal die Freakstage mit Temple Fang um 22:30, da hatte ich meinen zweiten Wein schon intus, grins. Andreas aus Mainz hatte auch nix anderes vor, so zogen wir zusammen vor die Bühnen.
Irgendwann löste sich die Sohle meiner linken Sandale, egal, dann eben Barfuß weiter. Später fand sich für den Weg zurück zum Zelt ein Tape. Der zog sich jedoch noch einiges hin, denn hier und dort wurde spontan noch gejamt.





Mein Fazit: Eine wahre Freude und sehr viel Liebe in der Luft, die Unbekannte zu Bekannten auf Zeit machte. Und ich war ein Teil, ein klitzekleiner, davon. Gegen zwei rolle ich mich in meine Bettdecke, müde & froh über diesen letzten Abend.
Montag, 03.08.26
Ab nach Westen
Heute ist Abfahrt. Um halb elf habe ich alles abgebaut und im Auto verstaut. Das Blümchen pflückte mein Fuß, die Pfauenfeder schenkte mir Andreas.

Der Abschied von den Jungs ist herzlich, aber ich bin sehr froh, als mein Auto dann auch wirklich, ohne zu zucken, staret! Auf gehts, knapp 300 km liegen vor mir Richtung Westen. Die Tankpause beschert mir die erste Wassertoilette nach fünf Tagen und das fließende Wasser im Waschbecken erfrischt,💧herrlich!
Ein Kaltgetränk für unterwegs will noch mit, gegen zwei will ich in Eschweiler sein🥰 und meine inzwischen sechs Wochen alte Enkelin anhimmeln. Außerdem wollen die ausgeliehenen Campingartikel zurückgegeben werden.
Wieder zuhause
… Aber geräumt wird erst morgen!😬 Nach fünf wunderbaren Oma-Stunden, lecker Kaffee & Pasta bin ich um kurz nach acht wieder zuhause. Und ja: Seltsam, auf einmal so still … 😬 Aber ich habe ganz viel mitgenommen, eine wunderbare Zeit erlebt und möchte keine Sekunde davon missen.
Und ich bin um eine Erkenntnis, mindestens eine, reicher: Angst vor Gruppen: Was mir das Herzberg-Festival über das Alleinsein zeigte.
Das war mein Sommerurlaub, Teil zwei. Ich bin voll inspiriert für das restliche Jahr.
Mit KREativen Grüßen
Gabi

Gabi Kremeskötter
Liebe, die durch Worte strahlt
Freie Rede Schreibworkshops Lektorat
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