Darf ich das überhaupt so schreiben? Wie du Selbstzensur auflöst

Veröffentlicht am Kategorisiert als Kreatives Schreiben
Schreibende Frauenhand auf Notizbuch, darunter der Text: Darf ich das überhaupt so schreiben? Wie du Selbstzensur auflöst

KREatives Schreiben ist ein freier Raum, der anregt, seinen Gedanken und Worten ungefiltert Bahn zu brechen: aufschreiben, was hochkommt, festhalten in seiner ursprünglichen Form. Erst danach schauen wir, was durch anschließende Überarbeitung, wenn überhaupt, zusätzlich aus dem Text rauszuholen ist.

„Darf ich das überhaupt so schreiben?“ Diese Frage höre ich sehr oft in meinen Kursen. Und stets habe ich die gleiche Antwort darauf. Um genau diesen Zweifel, diesen Glaubenssatz aufzulösen, möchte ich dir meinen folgenden Blogartikel nahelegen.

Darf ich das überhaupt so schreiben?

Wie du Selbstzensur auflöst, Unsicherheit beim Schreiben überwindest und Selbstvertrauen als Schreibende:r gewinnst.

Warum dieser Zweifel so hinderlich ist

„Darf ich das so schreiben?“ klingt harmlos, wirkt aber wie eine Bremse, die du selbst anziehst, bevor der Gedanke überhaupt zu Ende gedacht ist. Wer sich diese Frage stellt, schreibt nicht mehr aus sich heraus, sondern mit einem imaginären Publikum im Nacken, das längst über den Text urteilt, obwohl er ihn noch gar nicht gelesen oder gehört hat.

Genau das ist das Tückische: Der Zweifel setzt nicht nach dem Schreiben an, sondern davor – und verhindert so, dass ein Gedanke überhaupt erst formuliert wird. Was du nicht aufschreibst, kann auch nicht überarbeitet, geteilt oder weiterentwickelt werden. Der Glaubenssatz kostet dich also nicht nur Selbstvertrauen, sondern im schlimmsten Fall den Text selbst.

Selbstzensur beim Schreiben: Meine spontane Antwort

Meine spontane Antwort auf die oben gestellte Frage lautet darum stets: Schreiben dürfen wir alles, weil Gedanken frei sind. Du brauchst daher deine Worte nicht zügeln. Jeder einzelne Gedanke, jede Idee, jeder Lösungsansatz ist wichtig. Eigene Zensur ist beim KREativen Schreiben – und in den freiheitlich-demokratischen westlichen Gesellschaften zum Glück auch! – vollkommen unangebracht. Schalte deinen inneren Kritiker stumm, und wenn er sich doch meldet, ignoriere ihn.

Deine Worte gehören dir: Schreiben ohne Angst vor dem inneren Kritiker

Je nachdem, was und worüber du schreibst, gehören deine Worte zunächst allein dir. Sie wohnen in dir, bevor du ihnen Ausdruck verleihst. Schreiben ist eine wichtige Unternehmung, sie dient deiner Selbsterkenntnis, ist Tür für Fantasie und KREativität. Und was für die reine Tätigkeit des Schreibens gilt, die Freiheit, es zu tun, umfasst auch die Worte, die dabei aus dir herausfließen.

Denn was du ebenfalls immer im Hinterkopf haben solltest: Du bist individuell, auf deine Art einzigartig. Nur du kannst deine Gedanken auf deine Weise Worte werden lassen. Niemand sonst denkt genau wie du, folglich kannst nur du deine Wörter und Sätze, deine Gedichte und Geschichten zu welchem Thema auch immer so verfassen, wie du das tust.

Alles ist in dir vorhanden und hat seine Berechtigung. Weil nur du die Dinge gesehen, gelesen, gehört oder erlebt, dir erträumt oder ausgedacht hast. Diese einzigartige Mischung ist bei jedem Schreibenden eine andere. Richtig oder falsch, schreibbar oder nicht, diese Fragen gehören einfach nicht hierher.

Wenn du bei Fakten nicht sicher bist: Recherchiere!

Hast du einen Text formuliert, bei dessen inhaltlichen Fakten du dir nicht sicher bist, recherchiere. Untermauere, finde weitere gute Argumente. Festige deine Gedanken mit Tatsachen oder Erkenntnissen anderer. Je mehr du darüber nachdenkst und schreibst, wird sich deine Unsicherheit „Darf ich das so schreiben?“ verkleinern und dir Selbstvertrauen für deinen Text verleihen.

Rückmeldung als Bestätigung nutzen

Auch wenn du einmal einen Text oder eine Geschichte anderen zum Lesen gegeben, ihn womöglich selbst vorgetragen hast, kann dir die empfangene Rückmeldung Bestätigung geben, dass dein Zweifel unberechtigt und übertrieben war. Diese Erfahrung halte fest! Verinnerliche dir den erhaltenen Zuspruch und erinnere dich beim nächsten Mal daran. Auch das wird deinem nötigen Selbstbewusstsein als Schreibende:r guttun.

Bleib dran: Selbstvertrauen als Schreibende:r wachsen lassen

Und dann: Bleib dran! Schreibe über dieses und jenes, hier und dort. Bilde dir deine Meinung, vertraue deinem Instinkt. Nimm dich wichtig und deine Gedanken auch. Du hast etwas zu sagen, die Größe des Kreises, der das lesen oder hören wird, bestimmst dabei du allein.

Schreibe und teile, erwäge, dir Anleitung zu holen für regelmäßige Rückmeldungen – und ich verspreche dir: Eines nicht ganz fernen Tages wirst du dir die Frage „Darf ich das so schreiben?“ nicht mehr stellen. Und wenn sie dennoch hochkommt, stehst du vor ihr und sagst: „Na klar! Weil ich das will.“

KREatives Schreiben lernen: Löse diesen Glaubenssatz mit mir gemeinsam auf

Wenn du genau diesen Zweifel nicht nur lesend, sondern schreibend hinter dir lassen möchtest, begleite ich dich gerne dabei: In meinem Online-Kurs für KREatives Schreiben lösen wir gemeinsam genau solche Glaubenssätze auf – Schritt für Schritt, mit viel Raum für deine eigenen Worte und regelmäßiger Rückmeldung. Schau gerne vorbei und finde heraus, wie du dir die Frage „Darf ich das so schreiben?“ bald selbst mit einem klaren „Na klar!“ beantwortest.

Mit KREativen Grüßen

Gabi


Frau schaut durch Herzrebe, daneben steht "Liebe, die durch Worte strahlt"; Claim von Gabi Kremeskötter

Gabi Kremeskötter

Liebe, die durch Worte strahlt

Freie Rede Schreibworkshops Lektorat


Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

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