Meine 7 Gedanken im September 2026

Veröffentlicht am Kategorisiert als Autorin Juli Norden, Persönliches

Und schon wieder ist ein siebter des Monats, daher trage ich auch für September sieben Gedanken zusammen. Initiiert hat diese innere Reise Linda Kunze. Die Idee dahinter? Sieben vielleicht kleine, aber wichtige Gedanken pro Monat festhalten. Bei mir sind das Gedichte oder Fließtexte, ihr wisst, ich mag die Vielfalt, auch in schriftlicher Form. Und so teile ich weiter meine Gedanken, freue mich über Resonanz. Und schreibe … persönlich, ehrlich, spontan, Tag für Tag und Monat für Monat.

Gedanke 1: Sei bereit für ein Wunder, aber erwarte keines.

Eine Beobachtung oder eine kleine Szene? Ich brauche nicht viel, um Glück zu empfinden. Mir reichen Farben und Blüten, kleine Details, die ich wahrnehme und bewundern kann. Das ist ein Lächeln meiner Enkelin, die jetzt mit knapp 10 Wochen damit anfängt. Auch die der Trockenheit der vergangenen Monate trotzenden Wildblumen in einem meiner Pflanzkübel.

Auch eine Melodie, ein neuer Song, den ich entdecke – oder die Atmosphäre eines Musikfestivals, das durch Lichtinstallationen und freundlich lächelnde Menschen wirkt. Ein Gespräch, das nicht an der Oberfläche bleibt, sondern tiefer geht, weil sich dort das echte Wesen des Gegenübers erst zeigt.

Chance// sei bereit für ein Wunder/ aber erwarte keines/ und Kleines hat die Chance/ ganz groß zu werden// (c) Juli Norden 27.08.26

Gedanke 2: Nicht alles ist wichtig und muss sofort erledigt werden.

Eine Erkenntnis aus der Arbeit/Job/Business? Ich bin im Grunde eine fleißige Arbeitsbiene. Von kleinauf darauf trainiert, niemanden warten zu lassen, weder Freunde noch Kollegen oder Vorgesetzte. Anderen zuarbeiten und helfen, dass sie alles haben, damit sie weitermachen können, war in meinem Leben ein Leitmotiv, mich selbst stellte ich oft hintenan. Erst einmal alles andere erledigen, dann kannst du an deine Dinge gehen.

Ich spüre, dass dieses Konditionierung auch in meinem 6. Lebensjahrzehnt noch wirkt. Nicht mehr so stark wie früher, doch stetig schleicht sich bei mir ein „schlechtes Gewissen“ ein, wenn ich etwas länger liegen lasse als nötig. Wenn ich mir Freizeit gönne, mir frei nehme von dem, was an Arbeit auf mich wartet. Ich arbeite zu 100% von zuhause aus, Laptop und Schreibtisch sind ohne Aufwand jederzeit verfügbar.

Doch nicht alles ist wichtig und muss sofort erledigt werden. Diese Erkenntnis hat mir meine Krankschreibungszeit in diesem Jahr geschenkt. 14 Wochen im Frühjahr, aktuell die vierte im Sommer. Ich kann und darf und muss meine eigene Priorität setzen. Auch wenn dann einmal etwas länger liegenbleibt. Dieses Elfchen entstand aus diesem Gedankengang:

Unwichtig// selten/ braucht etwas/ eine sofortige Reaktion/ im Moment entscheide ich/ : unwichtig// (c) Juli Norden 19.08.26

Gedanke 3: Ich bleibe verletzlich.

Etwas Persönliches? Aus Selbstschutz Mauern hochziehen, Distanz schaffen, sich einigeln und Vertrauen einbüßen: Wer kennt das nicht. Nach schmerzlichen Erlebnissen ist das wohl die erste Reaktion, auch bei mir, nach dem Motto: Mich nur auf mich selbst verlassen, dann kann ich nicht verlassen oder enttäuscht werden. Ich reiche mir die sicher verlässliche Hand, das muss reichen und tut es auch. Für eine gewisse Zeit zumindest.

Irgendwann jedoch ist gut mit Rückzug, sind die Lehren gezogen und Mut überwindet die Angst vor erneuter Öffnung. Ich mache mich damit erneut verletzlich, ganz klar. Aber ohne diese kann echte Nähe nicht entstehen – und ohne Nähe fehlt mir wichtiger Austausch. Also wage ich sie wieder:

Wagnis// nur beim Wagnis/ eigener Verletzlichkeit/ sprenge ich meine Mauern/ vertraue ganz mir/ und fliege mich frei// (c) Juli Norden 15.08.26

Gedanke 4: Das Licht verändert die Dinge.

Ein Satz, der hängen geblieben ist? Anfang September nahm ich an einer Online-„Auszeit-für-mich“ teil, die Christiane Hofmann angeboten hat. Dabei las sie einen Text von Susana Garcia Ferreira vor, in dem genau dieser (Teil-)Satz vorkam.

Das Licht verändert die Dinge …

(Susana Garcia Ferreira)

Er blieb bei mir hängen, weil er zeigt, dass wir unsere Wahrheiten stets vom eigenen Standpunkt aus betrachten, änderen wir den Ort und schauen von dort noch einmal auf z. B. bestimmte Entscheidungen, fällt anderes (Erkenntnis-)Licht darauf und verändert.

Ich mag diese erweiterte Sichtweise und wie sie sich in diesen wenigen, nur fünf Worten ausdrückt. Sie haben mich zu diesem Gedicht inspiriert:

Licht// Licht/ verändert die Dinge/ die Entscheidung/ des Standortes und/ was ich von dort sehe/ bestimmt den Eindruck/ erst wenn ich/ meinen Platz neu wähle/ schaffe ich die Möglichkeit/ eine Meinung zu ändern// © Juli Norden 07.09.26

Gedanke 5: Ich bin eine treue Seele – aber Treue hat auch ihre Grenzen.

Etwas, das sich verändert hat? Ich bin verlässlich, halte, was ich verspreche. Beende Kontakt nicht einfach so, in dem ich mich nicht mehr melde. „Du treue Seele!“ wurde ich in der letzten Woche genannt, weil ich einem älteren Kontakt nach längerem Schweigen noch einmal eine Nachricht schrieb. Doch letzten Endes hat meine Treue dann auch ihre Grenzen.

Wenn ich es bin, die verlässlich antwortet, aber selbst keine Antwort mehr erhält. Im geschäftlichen Bereich ist das vollkommen in Ordnung, im privaten jedoch nicht. Nicht mehr für mich. „Jeder hat eine zweite Chance verdient“, nicht jedoch eine dritte, vierte und fünfte. Aus dieser Stimmung heraus entstand auch dieses Gedicht:

Verschwinde// zu lästig zu merken/ was so oft erklärt?/ zu schwer einzuhalten/ was doch versprochen?/ zu mühsam die Vorstellung/ was das mit mir macht?/ : spar dir „verzeih“/ : sag nicht ich sei wichtig/ verändere dein Verhalten/ oder verschwinde/ aus meinem Leben// (c) Juli Norden 30.08.26

Gedanke 6: Eines meiner Gedichte wird zitiert.

Etwas, das überrascht hat? Seit 2019 veröffentliche ich meine Gedichte auf Instagram und Facebook und ja, ich bekomme Herzchen, Likes und Kommentare, zu 99% wohlwollende Rückmeldungen also.

Dass jedoch ein paar meiner Gedichte zitiert und auf einer anderen Website veröffentlicht werden, ist eine Überraschung für mich. Die mich sehr freut! So gelangen meine Gedanken in die Welt. Danke, Leander Linhoff! Auch dieses Gedicht ist aufgrund eines seiner Schreibimpulse entstanden:

Ignoranz// das Meer war nicht die Antwort/ diesmal nicht/ was meine Seele atmete/ war die andere Weite// mächtig und stolz die Berge/ wie klein wir doch sind/ uns zu vieles einfach nehmen/ in anmaßender Ignoranz.// (c) Juli Norden 20.08.26

Gedanke 7: Wolkengleich lasse ich mich tragen.

Ein Ausblick oder eine Frage? Ich könnte stundenlang den Wolken am Himmel zuschauen. Figuren entdecken, ihr Ziehen beobachten, die Veränderung der Umrisse und Farben je nach Sonneneinstrahlung und Wettereinfluß. Wolken erinnern mich an meine Kindheit an der Ostsee, Stimmungsbild von Sommerfrische, aber auch regenverhangener Tristesse.

Ihr Weg am Firmament ist für mich stets nur als Ausschnitt erkennbar, doch ihre in mir erzeugten Eindrücke eines „Es-geht-immer-weiter“ und sich damit öffnender neuer Möglichkeiten faszinieren mich. Mit diesem Gedanken heiße ich das, was kommt, willkommen:

Wolke sein// Wolke sein/ fliegen mit dem Wind/ verwirbelt weiter aufsteigen/ verabschieden/ was Fundament war/ sehen was kommt/ und wenn satt der Reise/ niedergehen und/ See werden/ umarmt vom neuen Ufer/ Wolke sein// (c) Juli Norden 05.09.26


PS: Ich schreibe fast täglich ein Gedicht. Lasse mich inspirieren von Begegnungen, auch eigene Überlegungen schwappen hoch und werden geschriebenes Wort. Jene, die mich schon kennen, lesen meine Gedichte in meinem WhatsApp-Status, auf Instagram und Facebook unter meinem Autorinnen-Pseudonym Juli Norden.

Hier findest du mich auf Social-Media:

Gabi Kremeskötter:

Gabi als Autorin unter Pseudonym Juli Norden:

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Frau vor Efeuwand schaut durch das Fingerloch ihrer rechten Hand und lächelt

Ich wünsche dir einen farbigen und herrlichen beginnenden Herbst!

Herzlichst Gabi


Frau schaut durch Herzrebe, daneben steht "Liebe, die durch Worte strahlt"; Claim von Gabi Kremeskötter

Gabi Kremeskötter

Liebe, die durch Worte strahlt

Freie Rede Schreibworkshops Lektorat


Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

1 Kommentar

  1. Ich genieße Deine 7 Gedanken immer sehr, weil sie so persönlich sind und Du ein unfassbar großes Gedicht-Talent hast.

    Jedesmal nehme ich mir bewusst die Zeit Deine Gedichte 2x zu lesen, um noch tiefer hineinsinken zu können. Danke Gabi.

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