Die geschenkte Stunde! Was ich mit ihr machen würde

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Frau vor einer Bruchsteinmauer lächelt, daneben der Text: Die geschenkte Stunde! Was ich mit ihr machen würde

Die sechsundsechzigste Blognacht. Wow, das ist meine Zahl: 66, besser: mein Geburtsjahr. Somit trage ich in wenigen Wochen die 6 vorne. 60 Jahre Leben. Anna Koschinski sagt in ihrem Impuls: „Glückwunsch! Du bekommst eine Stunde geschenkt!“, das macht mir sofort Lust, darüber schreibend nachzudenken. Was könnte eine Stunde mir geben, was könnte ich mir nehmen, tun oder auch lassen?

Zum Beginn der Blognacht weiß übrigens keiner der sich online Einloggenden, welchen Impuls Anna sich überlegt hat, alle vier Wochen wieder, und das seit bereits 2021. Also starte ich jetzt sehr spontan und ohne großes vorher darüber Nachdenken. Ich lade dich ein, meinen persönlichen Gedanken zu meiner geschenkten Stunde zu folgen: Was würde ich mit ihr machen?

Eine Stunde geschenkte Zeit – was würde ich mit ihr tun?

In diesem Blogartikel folge ich einem spontanen Gedanken aus der Blognacht und entdecke, dass eine zusätzliche Stunde vielleicht gar nicht vom Himmel fallen muss.
Manchmal entsteht sie genau dann, wenn wir langsamer werden, genauer hinschauen und uns echten Begegnungen oder unseren Herzensdingen widmen.
Schreiben, lesen, reden, träumen – und den Menschen nahe sein, die uns fehlen. Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Die wertvollste Stunde ist oft die, die wir uns selbst bewusst schenken.

24 Stunden reichen manchmal nicht

Hast du auch schon einmal gedacht, du hättest gern eine oder zwei, drei, vier Stunden mehr Zeit am Tag? Weil die Arbeit zuviel Raum forderte oder das Gespräch mit einer guten Freundin noch endlos länger geführt werden wollte, doch ach, das Abendessen, die Müdigkeit oder andere Verpflichtungen das einfach nicht zuließen?

Willkommen im Club. Ich habe das schon sehr oft gedacht, ausgesprochen, doch hat sich dadurch etwas verändert? Nein. Natürlich nicht, der Tag hat nun einmal nur 24 Stunden. Und die Erkenntnis daraus? Weniger reintun in einen Tag? Schneller arbeiten, laufen, denken? Oder doch aussteigen und einmal genau das Gegenteil tun: Langsamer werden, bewußt runterfahren und den Moment wahrnehmen.

Könnte das nicht schon ein Geschenk sein, zumindest jeden zweiten oder dritten, zumindest den zehnten durch genaues Hinschauen würdigen? Und wenn ich das den ganzen Tag lang mache, werden aus einem Moment drei, fünf, sieben und um Mitternacht hätte ich meine Stunde „geschenkt“ bekommen. Mir geschenkt, ganz allein.

Guter Gedanke, gefällt mir.

Erste Blüten an den Sträuchern: Stehenbleiben, bewundern – auch ein Geschenk!

Das Stundengeschenk: echter Austausch

Da ist er: Anstatt von Termin zu Termin, von Begegnung zu Begegnung (und sei es nur die Einkaufstour vom Edeka zur Tankstelle und schnell noch den Biomüll wegbringen) zu hetzen, sich Zeit nehmen für jedes Etappenziel. In Ruhe durch den Laden schlendern, durch die Gänge schauen, ist da jemand, dem ich Hallo sagen könnte? Mit offenem Blick durch das Geschäft gehen, auch einmal einer unbekannten Person in die Augen schauen und lächeln?

Wann habe ich das letzte Mal vor einem Regal gestanden und die Wahl eines anderen mit „Oh, schmeckt das?“ kommentiert? Auch so findet Austausch statt, kann Begegnung funktionieren, selbst wenn wir uns zuvor noch niemals begegneten. Ich bin eine introvertierte Person, habe zugegebenermaßen oft Angst, fühle Unsicherheit in Gegenwart fremder Menschen. Aber hallo! Ich werde 60! Sollte ich mir daher nicht langsam einmal gestatten, tun zu können, was ich möchte? Womöglich ernte ich ein Lächeln und kurze Ansprache?

Also nehme ich mir das jetzt, heute Abend, ganz genau so vor. Morgen gehe ich einkaufen und schaue, was mir die anderen Kunden zeigen. Womöglich bekomme ich dadurch irgendwann ein angeregtes Gespräch geschenkt, vielleicht nur fünf Minuten lang, aber aufsummiert von allen Einkaufstagen wird am Ende eine Stunde daraus. Eine Stunde Austausch, echte Begegnung.

Mir gefällt die Idee. Auf, Gabi, sei mutig und probiere das aus. Morgen, heute geht nicht mehr. Dieser Artikel will geschrieben werden und ohnehin sind die Läden jetzt schon geschlossen.

Eine Bühne im Rahmen der lit.Cologne
Nächste und übernächste Woche besuche ich insgesamt 4 Veranstaltungen der lit.Cologne: Beste Gelegenheit, mit unbekannten Menschen in den Austausch zu kommen.

Eine Stunde, einfach nur geträumt

Mir fallen viele Dinge ein, die ich tun würde, hätte ich wirklich eine zusätzliche Stunde, so ab und zu. Ich würde täglich eine Stunde lesen, dazu eine Stunde schreiben, vielleicht sogar auch zwei oder drei, denn wenn ich einmal angefangen habe, so wie jetzt, vergesse ich die Zeit und alles um mich herum. Durst? Habe keinen, vergesse zu trinken. Hunger? Nö, brauche nichts zu essen. Müde? Erst weit nach Mitternacht vielleicht.

Ich wünsche mir daher eine Stunde fliegen, im virtuellen Raum, um dich, meine Liebe, zu sehen, zu erreichen, kurz zu berühren. Oder dich, meine Mama, kurz auf einen Klönschnack in deinem Wohnzimmer zu besuchen. Auch dich, meine Tochter, meinen Sohn, könnte ich einfach so eine Stunde lang erleben, mit euch lachen und hören, was euch gerade so umtreibt.

Bei allem treibt mich die Sehnsucht, die die (zum Glück nur räumliche) Distanz zu euch, meinen Lieben, in mir auslöst. Eben nicht einmal eben kurz auf einen Kaffee vorbeischauen zu können, weil allein die Fahrzeit nicht unter zwei Stunden Zeit beanspruchte. Ihr fehlt mir, ich wäre so gern viel öfter in eurer Nähe! Das zu verändern irgendwann ist einer der Punkte, die ich angehen werde. Ganz sicher vor meinem 65ten Geburtstag. Versprochen!

Familienfoto Weihnachten 2025 von Gabi Kremeskötter
Meine Lieben und ich am Heiligen Abend 2026

Meine Top10: Das würde ich am liebsten mit der geschenkten Stunde tun

Das hier ist allerdings kein Ranking, jeder einzelne Punkt wäre wertvoll für mich, wo bitte kann ich also diese geschenkte Stunde bestellen? Ich hätte sie gern für

  • Zeitung oder ein Buch lesen
  • Schreiben, schreiben, schreiben
  • Spazieren gehen
  • Einfach in der Sonne sitzen und nichts tun
  • Ein Gespräch mit mir Vertrauten
  • Ein Telefonat mit meiner Liebe
  • Leckeres Essen in Gesellschaft
  • Lieblingsmusik hören
  • Mit nackten Füßen an einem Strand den Sand umgraben
  • Hunde kraulen und ihre Nähe und Treue spüren
Frau mit Jeans und Jacke, aber nackten Füßen am Meer.
Eine Auszeit am Meer: Gerne mehr als nur eine Stunde lang 🙂

Mein Fazit zur geschenkten Stunde

Wow, das ging schnell. Knapp 45 Minuten sind erst vergangen und ich habe meinen Artikel fast fertig. Noch flott fertig formatierten, bebildern und veröffentlichen.

Klar ist: Meine Gedanken wären nicht aufgeschrieben worden, hätte ich mir heute Abend diese Schreibstunde im Rahmen der Blognacht nicht geschenkt. Denn jede Stunde, die ich MIR widme, ist ein Zeitgeschenk an mich.

Meine Erkenntnis aus diesem Text ist klar: Nicht darauf warten, dass mir eine Stunde geschenkt wird. Die einzige Person, die das kann, bin ich selbst. Durch die Entscheidung „Das und nichts anderes ist mir gerade wichtig!“ Und darum mache ich jetzt genau das. Wechsle vom Schreibtisch auf das Sofa und nehme mein Buch in die Hand. Das wartet darauf, weiter gelesen zu werden …

Cover von Space Boy, Frank Schätzing auf einem Sofa
Bereits zur Hälfte durch, dieses Buch polarisiert. Meine Meinung werde ich ganz bald auch auf meinem Blog veröffentlichen 😉

Habe ich dich inspiriert, einmal selbst diesen Gedanken zu verfolgen? Was würdest du tun mit einer geschenkten Stunde?

Herzliche Grüße Gabi.


Lächelnde Frau vor Efeu-Wand mit einem Notizbuch in der Hand, darauf der Claim "Liebe, die durch Worte strahlt"

Gabi Kremeskötter

Liebe, die durch Worte strahlt

Freie Rede – Schreibworkshops – Lektorat



Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

3 Kommentare

  1. Liebe Gabi, ja, das war schön, dich wieder zu treffen in der Blognacht.
    Dein Artikel ist so schön und lebendig. Toll geschrieben.Deine Ideen für das Geschenk an sich selbst sind sehr inspirierend.
    Herzliche Grüße Martina

  2. Oh ja, ans Meer! Das wäre wirklich toll, ist aber von Bonn aus nicht mal eben so zu erreichen. Wenigstens haben wir den Rhein. Da könnte man auch mal wieder spazieren gehen, wenn man sich selbst eine Stunde schenkt. Danke für die Inspiration!

  3. In dieser tollen Blognacht habe ich mir auch die Stunden (schließlich waren es 4h 😇) geschenkt. Doch wenn ich jetzt deinen Artikel lese, wird mir bewusst, dass die eigentliche Stunde, die ich mir selbst gerade schenke ist, dass ich mir den Raum nehme, die coolen Artikel zu lesen, die heute Nacht entstanden sind.

    Und ja, deinen Gedanken zu folgen ist immens leichtgewichtig und beruhigend, weshalb es mich nun auch auf das Sofa zieht, um noch meinen Tee zu genießen.

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