Nach der Krise: ein Liebesbrief an mich selbst

Veröffentlicht am Kategorisiert als Autorin Juli Norden, Persönliches
Frau mit geschlossenen Augen vor einer roten Boungainvilla, die sich selbst umarmt. Links daneben der Text "Nach der Krise: ein Liebesbrief an mich"

Ich kenne Dr. Martina Riedel, die sich selbst Mentorin & Anschubserin nennt, schon etwas länger; sie war sogar schon Teilnehmerin meines Online-Schreibkurses für KREatives Schreiben. Ihrem Aufruf zur Blogparade mit dem Thema Nach der Krise: ein Liebesbrief an mich selbst folge ich allerdings nicht ausschließlich deshalb.

Sondern weil ihr Thema mich direkt berührt hat, bin ich selbst ja auch in diesem Jahr durch eine doppelte Krise gegangen. Ich habe darüber auf meinem Blog in den Monatsrückblicken und meinen 7 Gedanken schon geschrieben. Darum richte ich heute den Blick auf mein „Danach“. Übrigens heute als Gedicht, denn ist das nicht die allerbeste Form für einen Liebesbrief?

Liebesbrief an mich selbst

Ich – das bist du

ich sehe dich

aufrecht stehen

gerade mit offenem Blick

selbst wenn deine Füße schmerzen

von vielen Schritten

die du gingst und

deine Knie wehtun vom Beugen und Hinfallen

***

du stehst

mit geradem Rücken

der stark ist

und dich hält

dein Herz schützt und

selbst wenn deine grünen Augen

dich tränenblind machen

wagst du den nächsten Schritt

gehst voran voran

immer wieder voran

***

wenn Schmerz dich überrollt

hältst du solange inne

und stehst wieder auf

verschließt dein Herz nicht

bleibst offen für das

was kommt

streichelst es denn

in ihm lebt deine Liebe weiter

***

die Liebe die alles ist

die dich hält und stützt

die dich voran bringt

dir das Vertrauen schenkt

dass alles gut wird

auch wenn es anders wird

und deine Neugierde

führt dich durchs Leben

und die Hoffnung

die macht das auch

***

wenn ich dich ansehe

sehe ich Begeisterung

sehe Ehrlichkeit bis aufs Blut

du scheust dich nicht

unbequeme Wahrheiten auszusprechen

im Wissen dass wir alle

unsere eigene Wahrheit leben

die nicht automatisch

der Wirklichkeit entspricht

***

und doch findest du ihn

den Mut um die Ecke zu sehen

in die Ecken und das Dahinter

in die Tiefe zu gehen

im Gespräch

vor allem im Gespräch mit dir selbst

begegnest all deinem Schmerz

und deiner Liebe Formen

***

sie führen dich und schenken

jenen die dir ehrlich begegnen

dein herzliches Willkommen

wie auch du willkommen sein möchtest

im Kreise derer die ebenfalls

ehrlich mit sich sind

sich nicht verstecken

hinter Floskeln oder Blabla

***

wenn ich dich ansehe

sehe ich eine Mutter

die zwei großartige Kinder liebt

die auch dich lieben

weil du ihr emotionaler Hafen bist

mit Verlässlichkeit und Herzensgrund

und ich sehe die Liebe

zur Natur zu den Farben

und ihrer Vielfalt

zum Geboren werden Blühen

als auch Vergehen

***

im Vertrauen darauf

dass alles wiederkehrt

in anderer Gestalt

selbst wenn da Abschied ist

wenn Wege sich trennen

behältst du das Gute

erinnerst dich unter manch Träne

durchlebst die Traurigkeit

dass etwas vorbei ist

aber du weißt ja

du hast gelernt

es geht weiter immer weiter

***

ein neuer Tag kommt

ein neues Jahr

und mit dem Neu Begegnung

in jeder ist ein Kern verborgen

den du suchst

manchmal findest

manchmal nicht

dann ist das auch gut so

nicht alles willst du bergen oder bewahren

du hast gelernt zu wählen

***

und das macht dich zu der

die du heute bist

nicht angepasst doch vertraut

du bist nicht zu viel

oder kompliziert

du bist genau richtig

und die Menschen

zu denen du gehörst

wissen darum

***

ich sehe dich

du starke Frau

die weiß was sie will

und wie sie so viel

erreichen kann

wohin sie strebt

die nie aufhört zu hoffen

und Vertrauen verschenkt

das sie jedoch zurücknimmt

wenn Lüge und Betrug sie verhöhnen

***

Zeiten des Missbrauchs sind vorbei

hast dich frei gemacht

selbst wenn unterschwellig

da immer noch

deine Angst genährt wird

du passt auf dich auf

sehr gut auf dich auf

wenn du das nicht machst

macht es keiner

***

bist dir selbst sichere Heimat

in die du dich zurückziehst

Kraft holst um deine Tage zu bestreiten

du weißt da kommen wieder Tage

die sind ganz schlimm

die tun unendlich weh

mit der Erkenntnis

was dir nicht gut tut

wirst du entscheiden

eine andere Richtung zu gehen

deinen Blickwinkel zu verändern

***

wenn ich dich ansehe

sehe ich eine besondere Frau

eine reiche Frau

reich an Gefühl und

reich an Erfahrung

reich an Erinnerungen

reich an Hoffnung und

unendlich reich an Liebe

***

du bist der Mensch

den ich liebe

den ich in meinem Leben erschaffen habe

der mich hält und stützt

und für mich da ist

denn du

das bin ich und

ich

das bist du

© Juli Norden 04.07.26


Ich danke Martina für ihre Blogparade! Erst durch sie entstand die Idee, mein Gedicht als eigenen Blogartikel zu veröffentlichen. Ich schrieb es im Rahmen meines Sommer-Online-Kurses für KREatives Schreiben „Was in dir steckt: Deine Stimme. Dein Text. In 6 Wochen.“, den ich selbst nutze, um neue Texte aus mir herausfließen zu lassen.

Mein Gedicht ist ein sogenannter Zeilenbruch, die Zeilen entstanden im Raum zwischen Wachsein und Einschlafen, spontan eingesprochen in mein Handy als Sprachnachricht an mich selbst.

Mein KREativer Autopilot hat den Text in Gang gesetzt, ich bin selbst überrascht darüber, wie „spruchreif“ er im wahrsten Sinne des Wortes aus mir herauskam 🙂

Herzlichst Juli Norden aka Gabi Kremeskötter

Weitere Gedichte von mir findest du übrigens auf meinen Social-Media-Kanälen unter meinem Pseudonym „Juli Norden“ 🙂

Hier findest du mich auf Social-Media:

Gabi Kremeskötter:

Gabi als Autorin unter Pseudonym Juli Norden:


Frau schaut durch Herzrebe, daneben steht "Liebe, die durch Worte strahlt"; Claim von Gabi Kremeskötter

Gabi Kremeskötter

Liebe, die durch Worte strahlt

Freie Rede Schreibworkshops Lektorat


Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

3 Kommentare

  1. Liebe Gabi,
    danke, dass Du meine Inspiration aufgenommen hast.
    Dein Gedicht rührt mich sehr tief. Es ist eine perfekte Form.
    Ich mag den Bogen, den Du spannst: vom Schmerz und dem dennoch gerade stehen bleiben, über die Liebe, aus der Du kommst, bis hin zu Vertrauen, um die Ecke schauen, mit Neugier und Respekt. Und der Selbstliebe im Gepäck, die sich dafür entscheidet, weiterzugehen. Wunderbar.
    Herzlichen Dank. Martina

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