Last Updated on 11. Februar 2025 by Gabi Kremeskötter
Auf dieses Thema gebracht hat mich die Blogparade von Inga Dalhoff, die dazu aufgerufen hat, sich über die eigene sensible Seite klarer zu werden und sie bewusst zu feiern. In meinem Business als Dozentin für Kreatives Schreiben und auch als Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern liegt genau darin meine Kraft: mich mit Einfühlungsvermögen, Empathie und Fingerspitzengefühl in die Gedanken und Gefühlslagen anderer hineinversetzen können. Darum nehme ich Ingas Impuls sehr gerne auf und teile mit euch in diesem Beitrag meine Gedanken über meine sensible Seite und wie sie mich trägt.
Was ich an meiner sensiblen Seite liebe
- Sie spült Gefühle hoch. Das kann Glück sein, aber auch Traurigkeit; sie kann Enthusiasmus erzeugen oder Nachdenklichkeit; Zugehörigkeit oder reines Mitgefühl hervorbringen. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch.
- Sie bewahrt mich vor Gleichgültigkeit. Mein Gespür für Situationen, besondere Momente und die kleinen Dinge, die im Leben so wichtig sind, leuchten wie kleine Lichtpunkte durch meinen Tag.
- Ich liebe Lyrik. Poetische Worte erklären in ihrer Kürze und Klarheit jenen die Welt, die ihr zugeneigt sind. Ich liebe die Liebe und Romantik, höre Zwischentöne und glaube an die Menschlichkeit. Danke, meine sensible Seite, für diesen leuchtenden Reichtum.
Womit mich meine sensible Seite beschenkt
- Sie schenkt mir Tiefe und intensive Wahrnehmung. Ich lebe allein, doch das bin ich nur körperlich. Denn mein Geist empfindet sehr viel mehr: in meinen Träumen, meinen bewußten Gedanken oder meiner Wahrnehmung in der Natur, in Gesellschaft oder besonderen Orten.
- Ich kann mich hineinversetzen in andere Leben, spüre nach und meine sensible Seite öffnet mir darum die Tür in fremdes Sein.
- Mein Bauchgefühl hat mich noch nie betrogen. Selbst wenn die eine oder andere Entscheidung in meinem Leben mich in eine unerwartete, manchmal schmerzliche Richtung führt. Höre ich meiner sensiblen Seite zu, ist es die Intuition, die mit mir spricht.
Wie meine sensible Seite mein Leben bereichert
- Ich bin eine gute Gesprächspartnerin, egal ob die Kommunikation schriftlich oder mündlich stattfindet. Ich spüre Stimmungsschwankungen und lese auch den Subtext, das, was darunter liegt und unausgesprochen bleibt.
- Meine sensible Seite findet täglich neue Impulse, die meine Kreativität sprudeln lässt, meine Worte nach außen fördert und meine Gedanken formuliert, meine Gefühle transportiert.
- Ich weiß, dass ich anders bin. Auch wenn ich nach außen nicht so wirke, bin ich schüchtern, zurückhaltend und introvertiert. Dies jedoch als Stärke erkannt zu haben, hat mich bereichert. Ich muss nicht die Frontfrau sein, die manche in mir sehen, darf im Hintergrund wirken, aus der Sicherheit heraus. Mir selbst bewußt bin ich mir meine beste Freundin.
Wie meine sensible Seite mein Berufsleben beeinflusst
- Durch mein Gespür für andere kann ich mich selbst komplett in den Hintergrund stellen, höre zu, frage nach. Dadurch fördere ich als Freie Rednerin die Geschichten zutage, die für eine persönliche Ansprache dem Anlass entsprechen. Ich schaffe den feierlichen Rahmen für die Person, der ihr gebührt. Brautpaare, Neugeborene und ihre Eltern oder Verstorbene: ihre Einzigartigkeit liebevoll herausarbeiten kann ich nur dank meiner sensiblen Seite.
- Ich liebe Schreiben! Um bei anderen diese Begeisterung zu fördern, zu entwickeln und herauszufordern kann ich mich blind auf meine sensible Seite verlassen. Ich hole Schreibwillige dort ab, wo sie stehen. Fördere und fordere sie. Durch meine Beobachtungsgabe und Empathie finde ich genau die passenden Themen, die Stellen, an denen sie manchmal stecken bleiben. Biete meine helfende Hand an und leite sie sensibel in den Flow.
Warum ich meine sensible Seite feiere
- Ich mag mich, wie ich bin. Gerade weil ich sensibel bin.
- Ich bin richtig, wie ich bin. Selbst wenn meine Emotionalität und Empfindsamkeit manchmal mit mir durchgehen, will ich genau so sein.
- Die Realität holt natürlich auch mich manchmal ein. Dann ist pragmatischer Einsatz gefragt. Doch bitte dennoch mit Empathie und Feingefühl. Das gelingt, weil ich das will.
- Der Schatz, den meine sensible Seite mir tagtäglich schenkt, gehört mir. Niemand kann ihn mir nehmen, denn er wohnt in mir.
- Genau darum feiere ich meine sensible Seite! Immer und immer wieder:-)
Und du? Hast du auch schon einmal über deine sensible Seite nachgedacht? Was sie mit dir macht bzw. du mit ihr?
Erzähl dir davon, erzähl mir davon, ich freue mich darauf! Und wenn du Lust hast, in unregelmäßigen Abständen mehr über mich und meine Themen informiert zu werden, abonniere gern meinen Newsletter.
Deine Gabi
- Interview mit Marie Kölzer: Mein Camino – Mit 70 auf dem Jakobsweg
Mit Marie Kölzer hat bereits die dritte meiner langjährigen Teilnehmer:innen ihr erstes Buch veröffentlicht. Als Dozentin für KREatives Schreiben sehe ich immer wieder neue Gesichter in meinen Schreibkursen, manche jedoch bilden einen festen Stamm und immer wieder dabei. In der Schreib:Zeit in Wittlich, für die die VHS Wittlich-Stadt & Land e.V. als Veranstalterin fungiert, sehe… Interview mit Marie Kölzer: Mein Camino – Mit 70 auf dem Jakobsweg weiterlesen - Manifest zum Widerhall der Worte
Manchmal reichen nur ein paar Worte, um etwas in Bewegung zu bringen. Ein leises Aufatmen, ein erstes Hinspüren, ein Satz, der sich wie von selbst aus der Tiefe löst. Genau dort beginnt der Widerhall der Worte: in dem Moment, in dem Schreiben nicht länger Pflicht ist, sondern Möglichkeit. Ich habe diese Methode aus vielen Jahren… Manifest zum Widerhall der Worte weiterlesen - Mein 12von12 im November 2025: Farbe im Gesicht und eine Entscheidung
Ich sehe übel zugerichtet aus. Seitdem meine linke Schläfe Samstagnacht an einem Treppenpfosten hängenblieb, ziert mich, die ungeschminkt durchs Leben geht, ein richtig farbiges Veilchen. Witzig, erst letzte Woche habe ich uralte Make-up und Puderdöschen dem Restmüll übergeben. Heute hätte ich’s gut brauchen können, denn ein Selfie des Tages mit blutunterlaufenem Auge, noch dazu ein… Mein 12von12 im November 2025: Farbe im Gesicht und eine Entscheidung weiterlesen - Zwischen Buchungsangst und Dankbarkeit: Warum mein Online-Schreibkurs kleine Gruppen liebt
Da sind diese Momente, in den Tagen vor Kursbeginn, in denen mein Herz schneller schlägt – und nicht, weil ich aufgeregt bin wegen des Kurses an sich. Sondern weil ich Angst habe, dass niemand meinen Online-Schreibkurs „KREativ mit Gabi“ bucht. Diese Buchungsangst kenne ich inzwischen gut. Nach fünf Durchläufen habe ich gelernt: Auch kleine Schreibgruppen… Zwischen Buchungsangst und Dankbarkeit: Warum mein Online-Schreibkurs kleine Gruppen liebt weiterlesen - Juli Norden: Top10 Oktober 2025
Zu meinem Monatsrückblick, den ich gestern für Oktober veröffentlicht habe, macht erst dieser Folgeartikel zu meinen Top10 Tagesgedichten auf Instagram und Facebook meinen Rückblick komplett. Denn auch außerhalb dieser Social-Media-Kanäle sollen meine Gedichte frei verfügbar sein. Hier zeige ich dir daher meine meistgelikten Gedichte als Top10-Sammlung für Oktober 2025 in chronologischer Reihenfolge 🙂 Wer mich… Juli Norden: Top10 Oktober 2025 weiterlesen - Monatsrückblick Oktober 2025: zwischen Herbstgold und Küstennebel
Ach, wie ich ihn liebe, den goldenen Oktober! Die Farben, das Gold-Gelb-Rot-Braun-Grün hat mich wieder einmal verzaubert. Und dann war da auch Blau und Weiß, denn ich war für ein paar Tage am Meer, wenn auch der Nebel und Dunst dort überraschenderweise mitten im Oktober windstill die Atmosphäre beherrschte. Diese und noch ein paar andere… Monatsrückblick Oktober 2025: zwischen Herbstgold und Küstennebel weiterlesen
Liebe Gabi, sehr schön zu lesen, wie deine sensible Seite dich trägt, wie du mit ihr im Einklang lebst, sie wertschätzt und sie zu deinen Stärken gehört. Da nehme ich mir gerne ein Beispiel – ich bin momentan bei mir nicht so im Reinen mit dem Thema. Das zu bemerken und anzuerkennen ist ja schon mein erster Schritt … Herzlich, Susanne
Liebe Susanne, vielen dank für deine Nachricht. Auch bei mir hat es lange gedauert, bis ich das annehmen konnte. Sensibilität als Stärke zu erkennen, sie nicht als Schwäche abzutun und zu verleugnen hat definitiv mein Selbstvertrauen gestärkt.
Ich bin sicher, nach deinem ersten Schritt werden der zweite und dritte folgen… 😉
Gruß Gabi.