Mein Motto 2026: Im Gleichgewicht sein

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Gabi Kremeskötter steht mit erhobenen Händen vor den Weinbergen an der Mosel, ihre Hände bilden eine Waage, darüber der Text: "Mein Motto 2026: Im Gleichgewicht sein"

In meinem Jahresrückblick 2025 habe ich es bereits laut ausgesprochen: 2026 steht für mich unter dem Motto „Im Gleichgewicht sein“. Jetzt, mit einer Woche Abstand, spüre ich noch klarer, warum genau diese Worte in meine Tastatur geflossen sind. Sie haben sich mir aufgedrängt, weil diese drei Worte eine wichtige Wahrheit in sich tragen und mir ziemlich unverblümt zeigen, wo etwas in mir zuletzt kippte. Genau das möchte ich mit diesem Blogartikel beleuchten, meine Gedanken schreibend in Worte fassen, damit mich dieses Motto auf meinen 2026er Weg begleitet.

Mein Motto 2026: Im Gleichgewicht sein

Gabis Motto für 2026 lautet: Im Gleichgewicht sein.
Sie möchte Arbeit, Kreativität und Liebe bewusster ausbalancieren.
Weniger Online, weniger Kurse, mehr echte Zeit für sich und die Menschen, die ihr wichtig sind.
Sie sortiert aus, was sie belastet – ohne ihr Herz zu verlieren.
Gabi sagt: „Gleichgewicht ist kein Zustand, sondern (m)eine Bewegung.“

Wenn alles gut ist – und trotzdem zu viel

2025 war ein gutes und glückliches Jahr, ein erfolgreiches Jahr, ein Jahr voller Liebe. Und trotzdem habe ich gemerkt: Ich renne. Nicht immer äußerlich sichtbar, sondern innerlich: Einer langen To-do-Liste hinterher, angefüllt mit meinen eigenen Ansprüchen, den vielen Ideen, die alle gleichzeitig gelebt werden wollen.

Im ehrlichen Gespräch mit mir selbst

Irgendwann kam die leise Frage auf: Was ist wirklich wichtig? Mir wichtig? Muss ich tatsächlich alles, was möglich wäre auch tun? In meinem speziellen Falle:

  • Muss ich alle Kurse geben, die ich geben könnte?
  • Muss ich täglich Gedichte posten?
  • Muss ich ständig präsent sein, sichtbar, abrufbar?

Meine KREativen Themen bespiele ich nebenberuflich, denn meine finanzielle Sicherheit ziehe ich aus meiner Arbeit als kaufmännische Angestellte. Und das fühlt sich nach wie vor richtig an. Diese Sicherheit ist mein Boden, auf dem ich spielen, schreiben, reden und ausprobieren kann.

Meine KREativität hilft mir, Brücken zu bauen: Zwischen Menschen und Gedanken; zwischen dem, was schwer ist und plötzlich leichter wird, wenn Worte fließen und Resonanz finden.

Ich liebe meine Schreibkurse, eigene Texte und jene, die durch meine Überarbeitung entstehen. Ich liebe Freie Trauungen, die unter die Haut gehen und den Brautpaaren die Hochzeit schenken, die sie sich erträumt haben. Aber Liebe allein ersetzt keine Balance.

Meine innere Bestandsaufnahme

In der zweiten Hälfte von 2025 hat sich mein Leben verändert. Das, was ich bis dahin wollte und leisten konnte, fühlte sich nicht mehr deckungsgleich mit meiner neuen Realität an.

Die Ursache kenne ich gut. Mein Privatleben hat sich verändert: Ich habe die Liebe wiedergefunden. Die Liebe zu einem Mann, das kam überraschend, wenn auch sehnlichst erhofft. Seitdem bereichtert mich die gemeinsame Zeit, genieße ich echtes Leben, mehr Jetzt und Hier.

Und damit weniger Zeit für „Gabi allein am PC“. Das eine schließt das andere zwar nicht aus, aber die Zeitanteile haben sich verschoben. Früher hatte ich nach Feierabend und an den Wochenenden fast ausschließlich Gabi-Zeit. Zeit zum Schreiben, zum Denken, Zeit zum Ideen entwickeln und ausformulieren.

Heute ist diese Zeit weniger geworden. Meine wirklich „frei verfügbare“ Zeit verteilt sich auf wenige Nachmittage, auf bewusst dafür frei gehaltene Zeitfenster. Das ist kein Verlust, keine Frage, denn ich tausche dafür Nähe und reales Erleben ein. Doch gleichzeitig bleibt im Gegenzug weniger Leben übrig für den digitalen Raum.

Zeit für entscheidende Fragen

Ich werde dieses Jahr 60 Jahre alt. Da priorisiere ich anders als früher. Da muss ich es sogar. Nicht aus Trotz, sondern aus Selbstfürsorge. Lebenszeit lässt sich nicht stapeln und meine Stunden sind nicht unendlich dehnbar.

Also habe ich mich hingesetzt und nachgespürt. Habe mir unbequeme Fragen gestellt und bin in die innere und äußere Diskussion getreten:

  • Wovon möchte ich mich trennen?
  • Was kann gehen, ohne dass mein Herz leidet?
  • Und was bleibt – auf jeden Fall?

Was mein Motto 2026 ganz konkret bedeutet

Im Gleichgewicht sein ist kein hübscher Satz für ein Visionboard. Es ist eine Entscheidung. Und sie zeigt sich mir ganz praktisch:

Keine kostenlosen Angebote mehr

Ja, meine kostenlose Arbeit wird sich ab sofort in Grenzen halten. Ergänzend zu meiner Entscheidung aus 2025, keine kostenlose Lesung mehr zu halten, mache ich keine Umsonst-Angebote mehr, die enorm viel Arbeitszeit fressen, aber keinen Umsatz bringen. Der Adventskalender 23plus1 wird 2026 nur noch gegen Teilnahmegebühr stattfinden.

Ausgenommen davon bleiben allerdings Dinge, die mir am Herzen liegen und Menschen, die mich noch nicht kennen, ein Gefühl mich und meine Arbeit zu vermitteln. Das sind meine Null-Euro-Angebot, die ich auch aufrechterhalte:
meine 7in7-Schreibimpulse, meine PDFs zum Download und ein Webinar im Frühjahr oder Sommer.

Weniger neue Blogbeiträge

Für jeden einzelnen Artikel brauche ich mindestens drei bis fünf Stunden: Er will überlegt, geschrieben, überarbeitet, veröffentlichet und auch beworben werden. Das ist wertvolle Zeit, die ich gerne aufbringe, aber nicht mehr in der Häufigkeit wie noch 2024 und 2025. In den Jahren lag mein Schnitt bei 3 bzw. 2 Blogbeiträgen pro Woche!

Stattdessen werde ich öfter bestehende Artikel überarbeiten, vertiefen und verbessern. Ich habe viel gelernt seit 2021 und dieses Wissen darf wirken. Judith Peters mit ihrer The Content Society hat ihren unbestrittenen Teil daran, ich danke für jede Lektion und das in den vergangenen Jahren erworbene Wissen.

Keine Verlängerung meiner TCS-Mitgliedschaft

Ich war von 2022 bis 2025 treues und aktives Mitglied von The Content Society (TCS). Ich kann dieses Programm wirklich jedem empfehlen, der sich auf das Abenteuer zu bloggen einlässt. Doch nach drei vollen Jahren habe ich nicht verlängert. Die Entscheidung reifte langsam, keinesfalls aus Undankbarkeit, ganz im Gegenteil!

Ich habe Klarheit erreicht, fühle mich sicher genug, von nun an meinen eigenen Weg als Bloggerin zu gehen. Dafür setze ich künftig gezielt VIB-Blogvorschläge von Judith um. Dieses abgespeckte Programm fordert weniger materiellen Aufwand von mir, hat weniger Input, dafür für mich mehr zeitlichen Spielraum für eigenen Fokus.

Weniger Kurse in Präsenz

Ja, ich sehe die bedauernden Blicke meiner mit mir Schreibenden bei der Volkshochschule in Wittlich vor mir. Meine Ankündigung beim letzten Treffen im Dezember traf auf großes Bedauern.

Doch meine Entscheidung steht: 2026 werde ich pro Quartal nur einen 6-Wochen-Kurs anbieten und nicht wie in den vergangenen Wochen (bis auf wenige Ausnahmen) jeweils nur in den Schulferien aussetzen. Zusätzlich werde ich die Machbarkeit mit der VHS prüfen, ob ich nach den Sommerferien zumindest teilweise auf online umstellen kann.

Das Format meines Online-Kurses bleibt: 1 x pro Quartal

Da für meine Online-Arbeit keine Fahrzeit anfällt und ich die Kursinhalte auf zwei Abende aufteile, bleibt mir mehr tägliche Luft. Der wöchentliche Schreibimpuls und die Vorlesezeit sprengen nicht den Rahmen. Die Resonanz bisheriger Teilnehmerinnen und meine kleine E-Mail-Umfrage unter meinen Newsletter-Abonnent:innen von dieser Woche bestätigen dies.

Gedichte schreibe ich nicht mehr täglich

Fast fünf Jahre lang habe ich an beinahe jedem Tag ein Gedicht geschrieben. Wer meinen Instagramkanal „Juli Norden“ kennt, weiß davon. Im Sommer 2021 begann ich damit, und irgendwann wurde eine Serie daraus.

Meine Lust und mein Ehrgeiz waren geweckt, wirklich jeden Tag ein paar Worte zu finden und sie in ein Gedicht zu kleiden. Stets mit einem korrespondierenden Foto hinterlegt, das hat mir Schreibfreude gebracht. Die Resonanz mit Lesenden und anderen Schreibenden hat mich all die Jahre motiviert und begleitet, ich bin dankbar und froh über jeden Austausch!

Doch diesen Sommer wandelte sich mein Vorsatz in selbst auferlegten Druck. Die Gründe dafür beschrieb ich bereits weiter oben. Daher reifte in den Weihnachtsferien der Wunsch, auch hier kürzer zu treten. Ab sofort schreibe ich nur noch dann, wenn ein Gedanke wirklich anklopft und nicht, weil der Kalender einen neuen Tag diktiert.

Gedicht von Juli Norden "Altern - wenn Altern/ seinen Schrecken verliert/ weil Gelassenheit/ nach Weisheit schmeckt/ wenn Leben Reichtum wird/ weil Erinnerungen/ wie Schätze sind/ schau ich mich an/ und sehe/ : sehr vieles richtig gemacht" (c) Juli Norden 05.01.26
Mein erstes Gedicht in 2026 „Altern“ (c) Juli Norden

Mein Privatleben bekommt mehr Raum

Ich entscheide mich dafür, kürzer zu treten. Meinen KREativen Themen rund um die Sprache etwas weniger Zeit einzuräumen. Denn diese Zeit geht von meiner privaten Zeit ab. Das ist die Wahrheit und kann ich beim besten Willen auch nicht beschönigen. Wünsche ich mir liebevollen Austausch und wichtige Zeit mit meinem Partner, muss mein Laptop, mein Notizbuch, meine Onlinezeit zur Seite geschoben werden.

Denn reales, gemeinsames Erleben einer Liebe – gibt es Wichtigeres, Schöneres udn Bereicherndes? Ich habe viele Jahre allein gelebt, bin ohne Partner durch mein Leben geschritten, mir sehnlichst ein liebendes Herz gewünscht. Und nun, wo es an meiner Seite steht, verdient dieser Mann meine Aufmerksamkeit, Hinwendung und Zeit.

Also kürze ich dort, womit ich mich gut fühle: weniger Onlinezeit, weniger Netzwerken, weniger Dauerpräsenz. Ich bin gespannt, ob ich mich daran gewöhnen werde, denn natürlich ist dieses Gesamtpaket ein Experiment. Wie wird es sich auf mich und meine Kund:innen, meine Bekanntschaften und mit mir Verbundenden auswirken? In einem Jahr werde ich resümieren und sehen, ob ich mein Gleichgewicht gefunden habe:-)

Fazit: Balance ist nichts Statisches

Im Gleichgewicht sein heißt für mich nicht, alles perfekt auszutarieren. Ich meine damit, dass ich immer wieder neu hinschauen werde. Auf das, was ich mir wünsche und das, was ich hinbekomme. Ich werde ehrlich, zu mir, zu ihm, zu euch, ohne etwas schönzureden.

Nur ich kann mir den Druck nehmen, indem ich lerne, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Darum weiß ich: 2026 wird wegen meiner digitalen Reduzierung kein leises Jahr werden, keine Sorge. Aber es wird ein bewussteres, weil ich mir wichtig bin. Ich möchte mich nicht aufreiben zwischen Berufung und Privatem. Möchte fliegen und aufgefangen werden, mich treiben lassen und Inspiration erfahren.

Ich bin gespannt, wie mir das gelingt und erlaube mir, unterwegs nachzujustieren, wenn es mir nötig erscheint.

Denn Gleichgewicht ist kein Zustand. Es ist (m)eine Bewegung.

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Frau vor Efeuwand schaut durch das Fingerloch ihrer rechten Hand und lächelt

Ich grüße dich herzlich,

Gabi.


Lächelnde Frau vor Efeu-Wand mit einem Notizbuch in der Hand, darauf der Claim "Liebe, die durch Worte strahlt"

Gabi Kremeskötter

Liebe, die durch Worte strahlt

Freie Rede – Schreibworkshops – Lektorat


Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

5 Kommentare

  1. Im Gleichkland sein,
    Das Leben ausbalanciert
    die Liebe, die Arbeit, die Kreativität
    liegen gewichtig in den Waagschalen
    wetteifern um Anteile
    alles in Gleichklang bringen
    eine spannende Aufgabe

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