Schreiben trotz Alltag: Meine besten Tipps für mehr Schreibroutine

Veröffentlicht am Kategorisiert als Autorin Juli Norden, Kreatives Schreiben
schreibende Frauenhand über Notizbuch, daneben der Text: Schreiben trotz Alltag: Meine besten Tipps für mehr Schreibroutine

„Schreiben, das möchte ich auch so gerne, aber mir fehlt die Zeit!“ Diesen Satz höre ich immer wieder, wenn ich mit Menschen spreche, die beobachten, wie ich fast täglich ein Gedicht veröffentliche, einen Blogartikel nach dem anderen veröffentliche und von meinen Kursen im KREativen Schreiben erzähle. Und du? Hast du das auch schon einmal gesagt oder gedacht?

Die Blogparade von Pia Helfferich „Schreiben trotz Alltag“ hat mich dazu bewogen, einmal schriftlich darüber nachzudenken, wie Alltag und Schreiben für mich zusammenpassen. Vielleicht findest du darin auch den einen oder anderen Impuls für dein eigenes Schreiben. Denn Schreiben entsteht nicht, wenn Zeit übrig bleibt. Schreiben entsteht, wenn wir ihm einen Platz geben.

Schreiben trotz Alltag: Meine besten Tipps für mehr Schreibroutine

Wenn du Schreiben leichter in deinen Alltag integrieren möchtest, helfen dir diese vier Gedanken:

1. Lieber zehn Minuten regelmäßig als zwei Stunden selten.
2. Schreibpausen gehören zum Schreiben dazu. Oft entstehen Ideen gerade dann.
2. Eine Schreibroutine wächst langsam. Gib ihr Zeit.
3. Schon ein Satz oder eine kurze Notiz hält den Kontakt zu deinem Schreiben lebendig.

Welche dieser Ideen möchtest du in den nächsten Tagen ausprobieren?

Meine Schreibroutine: unspektakulär, aber wirksam

Ja, ich lebe allein. Das macht manches leichter. Trotzdem besteht mein Alltag ebenfalls aus Arbeit, Haushalt, Sport und Verpflichtungen. Entscheidend ist für mich weniger die verfügbare Zeit als die Gewohnheit, kleine Schreibfenster zu nutzen.

Ich denke immer. Über das, was ich gerade sehe, erlebe oder auch zuletzt mit jemandem besprochen habe. Und genau das schreibe ich auf. Je weniger ich mir vornehme, umso leichter fließt es aus mir heraus. Die Regelmäßigkeit und Kontinuität motivieren mich, denn Leichtigkeit und Spontaneität sind der Turbo für KREatives Schreiben.

Tipp Nr. 1: Dranbleiben

Nicht Perfektion schafft Schreibroutinen, sondern Wiederholung. Darum: Bleibe dran! Lieber zehn Minuten täglich als zwei Stunden einmal im Monat. Einmal angefangen, schreibe weiter, immer weiter. Erlaube dir Pausen, aber eben nur Pausen, nicht aufhören.

Egal was du über die Qualität deiner Texte auch denkst, schreibe weiter und gönne dir selbst diese Gedankenreisen und Auszeiten. Schreibzeit ist Zeit nur für dich allein! Selbst wenn nur drei Sätze entstehen, hältst du den Kontakt zum Schreiben.

Wie meine Schreibroutine aussieht

Mein Laptop steht immer schreibbereit auf dem Tisch, in dessen Nähe ich mich gerade befinde: Im Arbeitszimmer, in meiner Freizeit auch auf dem Ess- oder Couchtisch. Es schläft so gut wie nie, immer, wenn ich eine Idee habe, klappe ich es auf und mache da weiter, wo ich gerade war. Egal ob ich zuhause bin oder irgendwo auf Reisen: ohne mein Schreibgerät wäre ich ziemlich verloren.

Vielleicht müsste ich zunächst klären, dass ich ZWEI Schreibmotivationen besitze: Einmal die als Autorin Juli Norden, mein Pseudonym für künstlerische Texte. Und dann meine Leidenschaft für Sachtexte, wie du sie auf meiner Website findest in unterschiedlicher Ausprägung: Als Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin sowie Freie Rednerin.

Ich unterscheide somit klar danach, was ich wofür schreibe. Und da habe ich unterschiedliche Routinen für mich und meinen Alltag entwickelt:

KREative Texte schreibe ich täglich, entwickle sie aus Kurztexten oder gedanklichen Tagebucheinträgen. Oft notiere ich sie auch nur in meiner Notizenapp auf dem Handy oder handschriftlich in meinem Notizbuch. Ideen finde ich unterwegs beim Draußensein oder Verinnerlichen, was mein Tag für mich bereithielt.

Für meinen Blog und meine Expert:innenthemen führe ich eine laufende Liste mit Ideen, die ständig wächst. Dafür nutze ich ausschließlich mein Laptop. Ich schreibe einfach schneller mit zehn Fingern als mit der Hand.

Tisch mit Laptop und Kaffee- sowie Teebecher
Mein Schreibtisch am Nachmittag mit Laptop und Kaffee- sowie Teebecher

Was hat mir geholfen dranzubleiben?

Zuallererst natürlich mein Wunsch. Mein Wunsch zu schreiben, über mich, meine Gedanken, meine Erlebnisse und wie alles für mich zusammenhängt. Ich denke, während ich schreibe und mir ist wichtig, über vieles klarzuwerden. Das gelingt mir schriftlich oft viel besser als mündlich. Vor allem weil Geschriebenes bleibt, ich nachlesen kann, nachschlagen.

Aus diesem Wunsch heraus habe ich irgendwann Schreibgruppen gesucht und gefunden, denn der Austausch über Texte und die gegenseitige Inspiration haben mir neue Blickwinkel geöffnet. Ich habe gelernt, was mir vorher noch unbekannte Textformen ermöglichen, habe mich auf unterschiedliche Weise ausgedrückt und erlebt, was mir gefällt und was nicht.

Mein Tipp Nr. 2: Folge deinem Wunsch!

Hör auf dich und deine Wünsche! Und dann schreibe los, egal worüber oder in welcher Qualität. Probiere dich in verschiedenen Textarten aus und vertraue darauf: Dein Schreiben wird sich entwickeln. Schreibgruppen können dir dabei helfen!

Und egal ob es professionelle oder privat aufgebaute Schreibgruppen sind, gegenseitiger Austausch hilft:-)

Wie merkst du überhaupt, dass der Wunsch groß genug ist? Weil du daran denkst. Weil du Schreibtipps magst, oder Social Media-Beiträge, die zeigen, was auch du schreiben könntest. Weil du schon des Öfteren Stift und Papier in die Hand genommen hast und dachtest: „Eigentlich müsste ich mal …“

Wie mein Wunsch Teil meines Alltags wurde

Daraus entstand nach und nach meine Schreibroutine, die ich losgelöst von anderen für mich allein etabliert habe. Denn Schreiben kommt aus innerem Antrieb heraus, auch wenn längst nicht alle Texte die Öffentlichkeit erreichen. Doch immerhin habe ich inzwischen zwei Bücher, Kurzgeschichten in Anthologien und die meisten meiner Gedichte veröffentlicht. Weil ich das wollte und nach wie vor will.

Für meinen Blog habe ich einen festen Schreibtermin am Donnerstagabend. Seit mehr als 2 Jahren treffe ich mich online mit drei weiteren Bloggerinnen und wir arbeiten jede für sich an eigenen Dingen. Dafür jedoch sind wir am Bildschirm verbunden und sprechen auch miteinander. Keine ist also mit der Arbeit allein.

Eine unserer wöchentlichen CoBlogging-Abende mit Nadine, Britta und Conny.

Wenn du noch zweifelst, ob dein Wunsch stark genug ist, lies dir gerne auch diesen Blogartikel durch:

Welche Hindernisse kenne ich und wie gehe ich damit um?

Ich bin sicher, jede schreibende Person hat schon einmal eine Blockade gehabt. Weil ihr nichts einfiel, weil sie zweifelte, weil sie abgelenkt, in Trauer versunken, verletzt oder krank war. Genau dann sind Pausen gut. Akzeptierte Pausen, die daherrühren, weil von außen etwas auf uns einwirkt, das belastet, beschwert oder schlichtweg Zeit und Energie benötigt.

Indem ich diesen Pausen jedoch ihre Berechtigung einräume, sie nicht als Mangel oder Verlust betrachte sondern als KREative Ablenkung oder Inspirationsquelle, nehme ich dieser Unterbrechung ihre negative Macht. Ich atme durch, widme die Zeit ohne Schreiben dem aktiven Leben und komme voller Kraft und Energie zurück.

Mein Tipp Nr. 3: Nutze Schreibpausen fürs Weiterdenken

Pausen sind kein Stillstand. Oft schreibt dein Kopf weiter. Mit einem offenen Geist und ohne Druck wirst du die Zeiten, in denen du nicht schreibst, aus welchem Grund auch immer, trotzdem förderlich einsetzen können. Denn dein Leben, dein Erleben, deine Gedanken laufen weiter und du wirst aus ihnen schöpfen, wenn deine persönliche Schreibzeit sich wieder auftut.


Wie Ideen quasi von allein entstehen

Wenn Zeit oder Gelegenheit nicht der bremsende Faktor sind sondern fehlende Ideen, habe ich hier ein paar Tipps und Tricks in einem älteren Blogartikel für dich:

Trotzdem hätte ich einmal fast aufgehört

Ja, tatsächlich gab es so einen Punkt. Als ich mir selbst viel zu viel vorgenommen hatte. Mich selbst unter Druck setzte, obwohl sich mein Leben und damit die Prioritäten, wofür ich Zeit, sehr viel Zeit aufbringen möchte, geändert hatten. Grundlegend.

Und so rannte ich. Meinen Zielen und Vorsätzen hinterher. Vollkommen unreflektiert, was real für mich umsetzbar war. Ich lief direkt hinein in von mir selbst erzeugte Überforderung. Geriet aus der Balance und das äußerte sich auch in meinem Umwelt. Ich wurde nervös, ungeduldig mit mir selbst, kurz angebunden anderen gegenüber.

Und dann sagte ich „Stopp!“. So wollte ich nicht sein. Zog die Reißleine und vor allem strich ich. Dinge von meiner Liste, Termine aus meinem Kalender, zu schreibende Gedichte und Blogartikel. Das tat weh. Wirklich weh. Aber dieser Reset rettete mich und meine KREativität. Seitdem habe ich sie wieder. Ohne Druck. Ohne Vorgabe und dennoch mit gewisser Disziplin und Ausdauer. Ich bin wieder glücklich mit einem Schreiben 🙂

Habe ich ein Ritual, eine Technik oder einen Trick, der für mich funktioniert?

Fakt ist: Ich schreibe täglich. Meistens ein Gedicht, das ich als Tagesgedanke bei Instagram und Facebook poste. Diese Angewohnheit kam nicht von ungefähr, da ich bereits 2010 das KREativen Schreiben für mich entdeckte. Ganze 11 Jahre hat es somit gedauert, bis ich ins tägliche Gedankenfesthalten kam.

Einmal wöchentlich schreibe ich zudem einen Blogartikel, manchmal auch zwei, ganz so, wie es für mich passt. Immer dann, wenn mir ein Thema vor die Füße, in den Kopf, aus meinen Fingerspitzen in die Tastatur läuft, schreibe ich.

Mein Tipp Nr. 4: Schaffe dir eine tägliche Begegnung mit dem Schreiben

Ich lasse mich bei meinem täglichen Schreiben anregen von außen: Von Fragen, die mir gestellt werden, von Kursinhalten, die mir noch fehlen oder an die ich noch nicht gedacht habe, auch andere Blogger:innen inspirieren mich und KREative Räume durch Profile, die ich auf Social Media finde.

Denn wir müssen nicht täglich 1000 Wörter schreiben. Manchmal reichen:

  • ein Gedanke
  • eine Notiz
  • zwei Zeilen
  • ein Satz

Ein Beispiel, wie meine Gedanken Text werden

Über Gedichte// ein Gedicht/ muss sich weder reimen/ noch besonders klingen/ ein Gedicht darf/ holpern staunen/ zum Schweigen einladen/ ein Gedicht kann vieles/ was Prosa nicht kann/ Verdichtung Rhythmus/ ein Bild schaffen/ das alles sagt// (c) Juli Norden 03.07.26

Hier findest du mich auf Social-Media:

Gabi Kremeskötter:

Gabi als Autorin unter Pseudonym Juli Norden:


Definitiv hilft mir dabei meine von mir selbst entwickelte Methode „Widerhall der Worte“: Indem ich kurze Texte schreibe, Notate und Notizen, ziehe ich mir daraus einen darunterliegenden Inhalt und der wird sehr schnell formulierter Text.

Probiere das gerne einmal aus!

Schreiben ist heute mehr als mein Hobby

Wenn ich heute gefragt werde, wie ich es schaffe, trotz Alltag so regelmäßig zu schreiben, lautet meine Antwort nicht mehr: Ich habe Zeit, sondern ich habe dem Schreiben einen festen Platz in meinem Leben gegeben.

Das ist nicht über Nacht passiert. Ich brauchte viele Jahre, Umwege, Zweifel, Schreibpausen und auch die Erkenntnis, dass ich mich selbst manchmal ausbremse, wenn ich zu viel von mir verlange.

Heute weiß ich: Schreiben muss nicht perfekt sein. Es muss auch nicht jeden Tag ein fertiger Blogartikel oder ein Gedicht entstehen. Oft reicht ein Gedanke. Eine Notiz. Ein Satz. Denn aus kleinen Worten wachsen mit der Zeit ganze Texte.

Vielleicht nimmst du aus diesem Artikel nicht alle meine Tipps mit. Aber wenn du heute den Stift in die Hand nimmst, eine Datei öffnest oder einen Gedanken festhältst, dann hat sich dein Schreiben seinen Platz im Alltag bereits ein kleines Stück erobert.

Und genau dort beginnt für mich jede Schreibroutine, warum nicht deine?


Und nun bin ich neugierig: Wie meisterst du den Alltag und kommst trotzdem zum Schreiben? Welche Hürden und Eselsleitern kennst du, die dir helfen, sie zu überwinden?

Wenn dir meine Herangehensweise gefällt und dich Kurs-Termine und anderes zum KREativen Schreiben interessiert, melde dich gerne für meinen Newsletter an:

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Frau vor Efeuwand schaut durch das Fingerloch ihrer rechten Hand und lächelt

Ich freue mich auf den Austausch mit dir!

Mit KREativen Grüßen Gabi


Frau schaut durch Herzrebe, daneben steht "Liebe, die durch Worte strahlt"; Claim von Gabi Kremeskötter

Gabi Kremeskötter

Liebe, die durch Worte strahlt

Freie Rede Schreibworkshops Lektorat


Von Gabi Kremeskötter

Geb. 1966 in Pinneberg, wohnhaft in D-56841 Traben-Trarbach/Mosel/Rheinland-Pfalz, Dozentin für KREatives Schreiben, Lektorin & Korrektorin, Freie Rednerin für Trauungen, Kinderwillkommensfeste und Trauerfeiern, Autorin Juli Norden. Mehr zu mir und meinem Schaffen findest du auf meiner Über-mich-Seite.

1 Kommentar

  1. Liebe Gabi,
    vielen Dank für deinen Beitrag. Das sind so schöne Tipps! Mir gefällt die Formulierung „eine tägliche Begegnung mit dem Schreiben“ besonders gut. Das nimmt sofort den Druck raus, etwas leisten zu müsse und macht den nächsten kreativen Schritt so viel wahrscheinlicher.

    Liebe Grüße
    PIa

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